nachdenken

Montag, 21. März 2011

Ungerechtigkeit

An diesen Schafen und Lämmern bin ich in den letzten Wochen immer wieder vorbeigegangen, sie kamen an den Zaun und waren neugierig und sehr süss. Gestern war nur noch ein Lamm im Gehege.
lamm1
und in der M*gros-Zeitung habe ich heute dieses Inserat gesehen:
lamm2
So sehen die Lämmer also jetzt aus.
Ich kann mir einfach nicht vorstellen dass jemand Lamm essen mag.
Knut hatte immerhin vier Jahre, ein Lamm wird acht Monate alt, höchstens ein Jahr.

Montag, 14. März 2011

In Echtzeit

Es ist schrecklich was in Japan passiert ist und noch passiert. Schrecklich auch die Faszination die von den Videos der Katastrophe ausgeht. Wie die Natur die Menschen und ihre "grossartigen" Errungenschaften in Sekunden vernichtet!
Mein Mitgefühl ist mit den Menschen in Japan. Zum Glück ist man nicht selbst betroffen aber es kommen einem alltägliche Entscheidungen - was soll ich kochen, ich brauche neue Schuhe, soll ich die vielversprechende Faltencreme kaufen, was gibts heute im Fernsehen..... unerträglich banal vor.
Im Mittelalter, so Claudia Zey in der heutigen Vorlesung, hätte die Nachricht von der Katastrophe mindestens ein Jahr gebraucht bis sie und erreicht hätte. Heute können wir in Echtzeit verfolgen wie Menschen ihr ganzes Hab und Gut verlieren oder gar ums Leben kommen.
In grosser Zahl versuchen Medienberichte und Fernsehsendungen uns zu erklären, wie es zur Katastrophe kam, was für Auswirkungen sie möglicherweise für uns hat. Ich kann das nicht mehr hören und lesen. Es ist einfach schrecklich.
Erstaunlich ist auch wie die Nachrichten aus Nordafrika, die Geschehnisse in Libyen plötzlich niemand mehr zu interessieren scheinen.

Mittwoch, 9. März 2011

Aschermittwoch

"Bedenke Mensch, dass Du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehrst" das hat der Pfarrer in meiner bayrischkatholischen Kindheit gemurmelt als er uns am Aschermittwoch ein Aschenkreuz auf die Stirn gezeichnet hat. Das ganze war ein bisschen gruselig, aber was damit genau gemeint war, wussten wir Kinder nicht so recht.
fastenopfer
Aber wir wussten dass jetzt der Fasching vorbei war und dass die Fastenzeit begonnen hatte. In den Haushalten wurde ein violetter Kalender verteilt, vom Fastenopfer und jedes Familienmitglied bekam einen kleinen violetten Briefumschlag für den persönlichen Beitrag zum Fastenopfer. Weil an Süssigkeiten und Taschengeld das ganze Jahr über Mangel herrschte, wurden die Säcklein der Kinder nicht fett.
Aber es kam ja auf die Gesinnung an. Dass man darüber nachdachte dass es uns trotz einfachen Verhältnissen doch gut ging, dass wir hatten was wir brauchten. Dass wir uns nur ein bisschen einschränken mussten um anderen ein besseres Leben zu ermöglichen. Naiv?
Dieses Jahr habe ich mir vorgenommen die Fastenzeit doch wieder bewusster zu erleben.

Freitag, 25. Februar 2011

Nichts ist so fein gesponnen...

arbeit Ein, zwei Zitate in einer umfangreichen wissenschaftlichen Arbeit zu übersehen oder zu vergessen, sie mit den entsprechenden Anmerkungen oder Literaturhinweisen zu versehen, das kann schon mal vorkommen. Doch wenn man die fertige Arbeit vor der Abgabe nochmals sorgfältig durchliest, merkt man selbst bei welchen Textstellen es sich nicht um eigene Gedanken handelt sondern um Zitate. Dann bleibt nichts anderes übrig, man muss nochmals durch die Literatur oder durch die eigenen Notizen - oder man muss auf das schöne Zitat verzichten.
Wenn jedoch in einer Arbeit sehr viele Zitate ohne entsprechende Belege auftauchen, wie z.B. in der Dissertation des bayerischen Freiherrn, dann ist es nicht Nachlässigkeit sondern dann hat man die Arbeit wohl nicht selbst geschrieben. Vermutlich hat sie aber kein professioneller Ghostwriter verfasst, der weiss nämlich welche Anforderungen an einen wissenschaftlichen Text gestellt werden.
Der nicht so smarte Freiherr hätte sich von Elisabeth Kopp beraten lassen sollen. Wenn sie 1988 nicht gelogen sondern sofort die ganze unangenehme Wahrheit zugegeben hätte, wäre sie wohl Bundesrätin geblieben.

Freitag, 11. Februar 2011

Kindererziehung

Amy-Chua Zuerst war ich geschockt über den eisernen Erziehungsstil, die kalte Disziplin und den Drill den die Yale Professorin Amy Chua in ihrem Buch "Battle Hymn of the Tiger Mother" - auf Deutsch viel harmloser "Die Mutter des Erfolgs" - in der Erziehung ihrer beiden Töchter anwendet.
Ich habe ein paar Texte dazu im Internet und einige Artikel gelesen, im Time-Magazine, in der NZZ, NZZ am Sonntag aber jetzt habe ich das Buch gekauft und fertig gelesen. Es ist spannende Lektüre und ich kann den harten Erziehungsstil Amy Chuas differenzierter sehen. Erziehung ist Teil der Kultur und chinesische und europäische oder amerikanische Kultur unterscheiden sich nun mal stark, in der Kindererziehung besonders
Im Buch kommt Amy Chua für mich dann nicht nur als gnadenlose knallharte eiserne Lady durch. Sie ist eine Mutter die ihre Töchter sehr liebt und versucht ihre besonderen Fähigkeiten zu entwickeln. Es ist auch viel Selbstironie und etwas Koketterie in ihren Beschreibungen; auch das Scheitern hat sie kennengelernt. Ich habe den Eindruck, dass die meisten der Rezensenten das Buch nicht bis zum Schluss gelesen haben.
Das Buch ist ja kein Erziehungsratgeber aber enthält Thesen die zum Nachdenken anregen. Chinesische Mütter sehen ihre Kinder nicht als Mängelwesen sondern als starke junge Menschen, denen man durchaus etwas zutrauen darf und von denen man durchaus etwas fordern darf. Disziplin, Respekt, Familienzusammenhalt sind wichtige Werte in ihrem Denken.
Auf der vorletzten Seite:
"Ich bezweifle sehr, dass westliche Eltern überhaupt Entscheidungen treffen. Sie tun einfach nur, was alle tun. Sie hinterfragen auch nichts... " "Wenn die Kinder irgendwo versagen, rennen westliche Eltern als Erstes zum Anwalt, statt dass sie ihnen sagen, sie sollen sich gefälligst mehr anstrengen."

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Rappenspaltende Konsumentin

Über den ständigen Preiskampf zwischen Coop und Migros mag ich mich nicht freuen. Obschon er weit und breit gelobt und gepriesen wird und die Sonntagszeitungen sich über die vier bis fünfseitigen Inserate bestimmt gefreut haben.
Wie helfen mir die 700 Artikel, deren Preis Coop um rund 10 Prozent gesenkt hat?
300 davon sind Wurstwaren, als Vegetarierin bringt mir das nichts. Weitere 117 Artikel sind Säfte, darunter diverse Sorten Eistee, lauter Dickmacher, ich esse lieber frisches Obst. Unter den 56 Salzigen Snacks könnte ich vielleicht gelegentlich was finden aber gross sparen kann man so nicht. Auch an Windeln habe ich keinen Bedarf, auch wenn der Preis von 27 verschiedenen Windel-Arten nun um 11 Prozent gesenkt wurde. Bei der Migros sind es sogar 2247 Produkte, die "dauerhaft im Preis gesenkt" wurden.
Etwas ärgert mich persönlich an diesem Preissenkungskreuzzug. Es ärgert mich, zu einer rappenspaltenden Konsumentin reduziert zu werden, deren höchstes Glück billige Einkäufe sind. Ausserdem ärgert es mich, dass sich die beiden Grossverteiler, die meiner Erfahrung nach gute Qualität und guten Service bieten sich in einer ständigen absurden Auseinandersetzung befinden wer denn von den zweien der bessere sei.

Zum Preissenkungskampf empfehle den Artikel im Tagesanzeiger lesen: Migros und Coop beteiligen sich an einem ruinösen Wettbewerb.

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Gefährlich?

teppich
Dieser Puzzleteppich hat viel Spielwert und er ist angenehm weich. Es gibt diesen Teppich schon seit einigen Jahren, nun heisst es, diese Teppiche sollen schadstoffbeladen sein.
Ich hoffe nun einfach, dass sich die Schadstoffe bei diesen Teilen, die ich vor einem halben Jahr auf dem Flohmarkt gekauft habe, bereits verflüchtigt haben.

Samstag, 4. Dezember 2010

Integration in Winterthur

40 Jahre ist die Stiftung Ecap geworden und hat dies gestern mit einem kleinen Fest gefeiert. Man konnte sich die Schulzimmer anschauen, Kinderlieder, gespielt auf einem Bambusinstrument, anhören und einem Klavier-Hackbrett-Trio lauschen. Zum Schluss wurden wir mit einem Buffet verwöhnt.

ecap1

ecap3

ecap2

Die Kursteilnehmerhaben aufgeschrieben was Integration für sie bedeutet.

Die Stiftung ECAP ist ein gemeinnütziges und nicht gewinnorientiertes Institut für Erwachsenenbildung und Forschung, das von der italienischen Gewerkschaft CGIL gegründet wurde. Die ECAP ist seit 1970 in der Schweiz tätig. 1984 wurde das Institut in eine Stiftung ungewandelt.
Die ECAP Winterthur wurde im 1969/70 gegründet, als die Schweiz und vor allem Winterthur einen grossen Emigrantenzustrom vorwiegend aus Süditalien erlebte. Man erkannte das Bedürfnis der Fremd- / Gastarbeiter nach einer theoretischen Berufsbildung und begann Kurse zu organisieren.
Die ersten Kurse fanden im Sektor Metall- und Maschinenbau statt. Kurse für Schweisser waren besonders gefragt, weil die grossen Winterthurerfirmen wie Sulzer, Loki, Rieter und Geilinger vor allem diesen Typ von Arbeitskräften benötigten.
Mittlerweile kommen die Einwanderer aus ganz Europa, Asien, Afrika und Südamerika darum wurde in den letzten Jahren das Kursangebot den neuen Bedürfnissen angepasst und erweitert.

Freitag, 3. Dezember 2010

Klimaschutz in Katar

"In der Bewerbung wurden umweltfreundliche klimatisierte Stadien versprochen, die nach der WM in Entwicklungsländern wiederaufgebaut werden sollen"*
Nimmt mich wunder wieviel diese Entscheidung, die Fussball-WM in Katar abzuhalten, den Verantwortlichen in die Taschen gespült hat.

Danke
*Landbote von heute: Die überraschende Wahl der Fifa.
Katar

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Frustrierende Alpendemokratie

Ungeheure diplomatische Geheimnisse werden durch die neuen Wikileaks öffentlich. Zum Beispiel wird die Schweiz als "Frustrierende Alpen-Demokratie" bezeichnet und Ueli Maurer als treuer Gefolgsmann Christoph Bl. und dieser wieder als S"P-Partei Guru.
Das ist ja nichts Neues. Und wegen der Frustration muss man nur das Ergebnis der Abstimmung zur Ausschaffungsinitiative vom letzten Wochenende anschauen, das ist echt frustrierend!
"Laut Radio Basel erhielten die Schweizer Politiker insgesamt keine derart schlechten Noten wie ihre Kollegen im Ausland. «Die Amerikaner wissen zum Teil detailliert über die Lebensläufe von Schweizer Politikern Bescheid. Ein grosser Teil ist wenig spektakuläres Lexikonwissen. Zu exponierten Personen wie Aussenministerin Calmy-Rey existieren aber kontroverse Einschätzungen»
Grundsätzlich können sich die Schweizer doch wieder selbst auf die Schulter klopfen.
Auf der anderen Seite, vom "absolutistischen Komplex eines Nicolas Sarkozy, über die Trunkenheit des Silvio B. und die Unkreativität einer deutschen Teflon Kanzlerin" zu lesen hat auch nicht den gigantischen Überraschungseffekt. Es ist ein bisschen wie an der Türe lauschen.
Ausserdem lenken diese "diplomatischen Geheimnisse" von den wirklichen Schweinereien ab, die von Wikileaks an die Öffentlichkeit gebracht werden.

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