nachdenken

Freitag, 7. Juli 2017

Buschauffeure brauchen Ruhepausen

Wie, stellen Sie sich vor, macht ein Berliner Buschauffeur Pause? Fährt er ins Depot zurück und trinkt mit den anderen pausemachenden Buschauffeuren einen Kaffee und packt dazu seine Schinkenstulle aus?
Ehrlich gesagt darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht. Aber es ist mir in Berlin schon ein paarmal aufgefallen, dass ein Bus, inklusive lesendem oder ruhendem Chauffeur, an einer Haltestelle steht. Der Chauffeur will/soll offensichtlich in Ruhe gelassen werden. Ein kleines Plakat bestätigt das. Der Chauffeur hat Pause und die Kundschaft wird gebeten zur nächsten Haltestelle zu gehen, wo, wie in meinem Fall, wieder so ein Plakat hängt. Was man dann tun soll? Froh sein dass man es nicht eilig hat. Vielleicht beendet ja der Chauffeur seine Pause in nützlicher Frist und es geht weiter.
Heute wollte ich herausfinden, mit welchem Bus ich am Dienstag zum Flughafen Tegel komme. Überall fährt die U- oder die S-Bahn hin, nach Königs-Wusterhausen und nach Waidmannslust, nur nach Tegel fahren Busse. Ab Alexanderplatz. Nach längerem umkreisen der Station Alexanderplatz habe ich die Bushaltestelle gefunden. Es stand dort ein Bus und ein Buschauffeur daneben. Auf meine Frage wo der Bus nach Tegel fährt antwortete er etwas genervt "naja hier" und auf meine Frage warum dann die Passagiere weiter vorn stünden und warteten, meinte er noch etwas genervter, dass die auf ihn warteten, er eigentlich Pause habe und gerne eins rauchen würde aber dass dauernd Leute daherkämen und ihm Fragen stellten obwohl er eigentlich Pause habe. Unter Entschuldigungen bin ich davongeschlichen. Ich habe volles Verständnis, bei den Berliner Verkehrsverhältnissen habe ich gern einen ausgeruhten Chauffeur.
Irgendwie stimmt doch da die Organisation nicht, oder???

Donnerstag, 9. März 2017

Wenn alle in eine Richtung nicken

Der gestrige Tag war ziemlich ausgefüllt. Nicht wegen des Frauentages. Ich habe die im Regen in der Marktgasse Pussymützen tragenden und strickenden Frauen mit einer gewissen Irritation wahrgenommen.
Birgit Schmid in der NZZ hat diese Irritation auf den Punkt gebracht: "Es wurde einem zu viel. Wie es immer etwas Unheimliches hat, wenn alle in eine Richtung nicken." Hier der ganze Beitrag in der NZZ
Ein stiller Protest
Ich bin anders gestrickt
Kolumne von Birgit Schmid 3.3.2017, 05:30 Uhr
Warum ich am Frauentag nicht mitstricke und am Women's March nicht mitlaufen werde.

Ich habe mich gestern ja auch eher typisch Frau verhalten: habe einen Kuchen gebacken, einen Geburtstags-Streuselkuchen für unseren Jüngsten. Diesmal in Ermangelung wirklich guter Äpfel mit gefrorenen Beeren, Himbeeren, Heidelbeeren in einer kleinen Kuchenform. War sehr fein.

Samstag, 21. Januar 2017

Yes we did, yes we can

Wen die Inaugurationsrede des neuen Us-Präsidenten ebenso beelendet hat wie mich, kann sich hier anhören und anschauen mit welchen Worten Barack Obama sich vom amerikanischen Volk verabschiedet hat.
Zusätzlich gibt eine Transkription die komplette Ansprache wieder und danach kann man sich noch 122 nostalgische Fotos von Obamas Inauguration ansehen. "The Photos We Loved: President Obama Through Pete Souza's Lens"
Und dann hat uns die Realität wieder.

Freitag, 20. Januar 2017

Der Neue in den USA

36-2017

Ich weiss nicht recht ob ich diese Zeichnung witzig oder traurig finden soll.

Die italienische Politikwissenschtlerin Nadia Urbinati forscht an der Columbia University, New York, zu Mechanismen der modernen Demokratie.
Die Twitter-Politik des neuen Präsidenten habe eine "verführerische Unmittelbarkeitsillusion". Er müsse nicht viele Worte verlieren und benutzt eine Sprache, über die man nicht nachdenken müsse, die aber zu unmittelbarer Zustimmung oder Ablehnung zwinge. "Im Grunde bringt uns der neue Populismus Zustände wie in der römischen Republik zurück: das Jubeln und die Buhrufe."
Die klassischen Medien, die Zeitungen und Fernsehsender hätten massgeblich zum Erfolg des Kandidaten beigetragen. Indem sie über jede seiner Äusserungen berichteten, verschafften sie ihm ein grosses Publikum. ((Philosophie Magazin 02/2017, 16-17)

Ich habe die Amtseinsetzungsfeierlichkeiten in Washington am Fernsehen angeschaut. Die Rede des Neuen hat mich interessiert: Banal, bombastisch, populistisch.

Freitag, 13. Januar 2017

Frauenpower

29-2017

Warum wohl ärgert mich diese Überschrift?

Der Feuerwehrchef im Interview:
Frage: Sind die Frauen (bei der Feuerwehr) vor allem in der Sanität zu finden?
Antwort: Nein, das ist heutzutage nicht mehr so. Sie erledigen die genau gleichen Arbeiten wie die Männer. Sie holen also auch Menschen aus brennenden Häusern.
Frage: Würden Sie sich mehr Frauen wünschen?
Antwort: Ja, denn Frauen tun dem Korps gut, der Umgang unter den Kameraden wird respektvoller.

Montag, 26. Dezember 2016

Gegen den Hass

Ein guter Text gegen den Hass, sollte man/frau lesen.

Zitat:
"Der Terror will, dass wir uns entzweien, wir sollen beginnen, uns gegenseitig zu hassen. Wir sollen die Schutzssuchenden aus den Kriegen hassen, weil wir sie verwechseln mit notorischen Kriminellen wie Anis Amri.

Die Strategen des Terrors arbeiten daran, dass Geflüchtete irgendwann frustriert genug sein könnten, um auf ihre Seite zu wechseln, weil sie von den Bio-Deutschen in der U-Bahn scheel angesehen und von rechten Banden gejagt werden, weil Muslime ja sowieso keine Chance haben in der Welt des Westens. Das alles lässt sich nachlesen in den Internetforen der Hasswelt. Die Terrorplaner halten dort Trost bereit und vermeintliche Wege aus der Frustration."
Spiege online

Freitag, 16. Dezember 2016

A Hard Rain

Patti Smith

Mittwoch, 9. November 2016

Traurig

Am liebsten würde ich einen Trauerrand um diesen Tag machen. Obschon ich das Ergebnis der USA-Wahlen vermutet habe, macht mich der Sieg dieses schrecklichen Menschen traurig und auch wütend.

Freitag, 4. November 2016

Was für ein Präsident!

Wer sich über die Misere der aktuellen PräsidentInnenwahl in den USA hinwegtrösten will, dem/der empfehle ich diese Spiegel Bilderstrecke von 2008.
Unbedingt anschauen. Die Fotos sind zum nostalgisch werden. Was für ein Präsident! Im Vergleich zum aktuellen "Drehbuch einer Tragödie".

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Was wir über die Welt wissen

"Das Private ist das, was für jeden von uns die grösste Realität ist. Man mag von den schrecklichen Tragödien hören, die sich auf der Welt ereignen, aber dennoch werden unsere eigenen unmittelbaren Umstände immer von grösserer Bedeutung bleiben, selbst wenn wir anerkennen, dass jedes Leben denselben Wert hat."
Zitat aus dem lesenswerten Interview mit dem britischen Schriftsteller Ian McEwan in der gestrigen NZZ: "Grossbritannnien ist ein Einparteienstaat. Ian McEwan spricht über seinen neuen Roman, Europas moralischen Zwiespalt und England nach dem Brexit".
"Natürlich basiert wenig von dem, was wir über die Welt wissen, auf eigener Erfahrung, und wir müssen uns vorsehen nicht im Sumpf eines endlosen relativistischen Denkens zu versinken."

NB. Es versteht sich ja eigentlich von selbst, dass mein Beitrag eine Anregung zum Lesen ist. McEwans Text vertritt nicht meine persönliche Meinung! Die muss sich JedeR selbst bilden.
Übrigens, auch die Kommentare sind lesenswert.

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