food and drink

Sonntag, 29. Juni 2008

Johannisbeer-Baisertorte

Mit Johannisbeeren vom eigenen Strauch, serviert am neuen Gartensitzplatz. So lässt sich der Sonntagnachmittag geniessen.

johannisbeerkuchen

125g weiche Butter
250g Mehl
50g Zucker
Prise Salz
1 Ei
miteinander kurz verkneten. Ca 30 Minuten in den Kühlschrank legen. Dann ausgewallt in eine Springform legen und am Rand hochziehen. Bei 200 Grad ca 20 Minuten backen.
Nach dem Auskühlen mit dünn ausgewalltem Marzipan (100g) belegen.
3 Eiweiss zu Schnee schlagen
125g Zucker laufend dazugeben
100g gemahlene Mandeln und
30g Speisestärke und
300g Johannisbeeren darunterziehen.
Die Mischung auf den Teigboden geben und bei 180 Grad nochmals eine Stunde backen. Wenn die Oberfläche zu dunkel wird mit Alufolie bedecken.

Donnerstag, 26. Juni 2008

Blaues Eis

Wir waren heute wieder einmal auf dem Flughafen und es gab so viel zu tun und zu schauen und herumzurennen dass das Essen und Trinken etwas zu kurz kam. Zum Trost habe ich dann ein Gelati azzurro spendiert, vom Glacestand am Bahnhof Winterthur, das angeblich nach Kaugummi schmeckt.
blaue-glace

Donnerstag, 19. Juni 2008

Die Herrscher der Grillzange

Grad mal fünf Minuten hatte ich Zeit um den kulturwissenschaftlichen Blick auf die Männer am Grill darzulegen. Für alle, die es genauer wissen wollen, hier etwas ausführlicher.
Die wenigen wissenschaftliche Texte zum Grillverhalten der Geschlechter schreiben die gleichen Klischees voneinander ab. Der einzige, der versucht hat zu erklären, was denn eigentlich am häuslichen Grill abgeht, ist Tolksdorf. 1973 hat er den Text: Grill und grillen geschrieben. Von einem Projekt Grillen und Lebensstil an der Uni Freiburg (D) weiss ich nur aus zweiter Hand. Tolksdorf und Das kulinarische Dreieck des Ethnologen/Kulturanthropologen Lévi-Strauss habe ich hier ebenfalls zu meinem Erklärungsversuch beigezogen.
Für Tolksdorf ist eine Mahlzeit ein Symbolsystem. Das heisst, an welchem Ort zubereitet oder gegessen wird, welche Speisen von wem verzehrt werden, wer zur Gruppe der Speisenden gehört, hat symbolischen Wert - auch was die Beziehung der Geschlechter angeht.
Wir schätzen die Mahlzeit anders ein ob wir am Küchentisch essen oder an einer Hochzeitstafel, ob wir ein Birchermuesli oder eine Symphonie von der Bio-Gänseleber mit Chili, Litschi und Süßholz aromatisiert verspeisen, ob es ein Dinner zu zweit oder ein Arbeitsessen ist.
Grillieren ist auch eine Mahlzeitensituation, ein Bedeutungssystem.
1. Der Ort des Grillierens ist die Natur, mit dem Naturelement Feuer, im einfachsten Fall nur mit einem Holzstecken.
Das Kochen hingegen braucht Kultur, etwas vom Menschen Geschaffenes, die Küche, einen Herd, einen Topf.
Die Natur ist traditionellerweise dem Mann zugeordnet, die Kultur der Frau.
2. Das Grillen ist eine bewusst öffentliche Angelegenheit, mitten unter den Leuten die zum Essen gekommen sind. Diese können zuschauen, kommentieren, können die Geschicklichkeit des Grillchefs bewundern und ihn mit Bier versorgen.
Die Öffentlichkeit ist die prestigeträchtigere Sphäre, sie ist dem Mann zugeordnet – „in der Küche waltet die züchtige Hausfrau“.
3. Grillieren ist zwanglose Geselligkeit. Die Manieren gelten hier weniger. Man kann aus der Hand essen, bedient sich selbst, es gibt keine Sitzordnung.
Gute Manieren sind eine kulturelle Errungenschaft und damit Frauendomäne: „Willst Du wissen was sich ziemt, frag nur bei edlen Frauen an.“ Wo es rauer zu und her geht, im Militär, bei den Pfadfindern, den Trappern und Cowboys, dort ist Männerland und Lagerfeuerromantik.
4. Beim Grillieren geht es um Fleisch, um grosse Fleischstücke. Fleisch war immer ein teures Nahrungsmittel, das traditionellerweise den Männern (die ja hart arbeiten müssen) zusteht. Für die Frauen gibt es Salat.
5. Grillieren ist eine Zubereitungsmethode, die „verschwenderisch“ ist, der Fleischsaft tropft heraus, das Fleisch verbrennt zum Teil. Es ist eine Methode, die den in der Hierarchie oben stehenden zukommt.
In Kulturen, die sparen müssen, wird das wertvolle Fleisch gesotten, damit alle Säfte erhalten bleiben. Grillieren ist aristokratische Verschwendung sagt der Ethnologe Claude Levi Strauss, während Kochen plebeiische Sparsamkeit dokumentiert.
NB: Ganz eindeutig ist Grillieren eine männliche Betätigung, nur Männern kann es einfallen, Grillmeisterschaften zu veranstalten und Grillrekorden nachzujagen.
barbecue

Montag, 9. Juni 2008

Heuschrecken in Knoblauchbutter

Alles was essbar ist, wird irgendwo von irgendjemand mit grossem Appetit verspeist. Kürbisse galten noch vor 15 Jahren als Schweinefutter und dass Sushi bei uns so beliebt wird, hätte sich vor zehn Jahren auch niemand vorstellen können. Hingegen sind Innereien wie Hirn und Lunge aus der Mode gekommen.
"They're packed with protein" schreibt das Time Magazine über Käfer, Maden, Heuschrecken und Spinnen als menschliche Nahrung, ausserdem seien sie "environmentally friendlier" als anderes Fleisch. Als Vegetarierin könnte mich dass alles kühl lassen, ich werde wohl nie in die Lage kommen, ein Käferrisotto oder frittierte Kakerlaken oder Heuschrecken essen zu müssen. Und für die Fleischfresser: was sind Shrimps und Garnelen schon anderes als riesige Insekten?
Dass eine Kakerlake 44 Prozent ihres Futters in body substance umsetzt, ein Rind aber nur 10 Prozent - mit hochwertigem Futter wohlgemerkt - und dazu noch wacker zum CO2 Ausstoss beiträgt kann einen aber schon zum Nachdenken bringen.
(Mehr zum Thema)
Ein Rezept für Heuschrecken in Knoblauchbutter von der Expo 2000.

Dienstag, 3. Juni 2008

Elegante Bierträger

bieretasche
Für zwei Dosen reicht die kleine Tasche, in der grossen kann man drei Flaschen transportieren. Gesehen in der Buchhandlung Obergass in Winterthur.

Donnerstag, 29. Mai 2008

Gold im Mund

goldkuchen

Mit Goldflitter war der urbane Kuchen am Montag verziert.

Gold als ess- oder trinkbares Dekorationselement ist nicht neu. In meiner Kindheit war ich vom Danziger Goldwasser, einem Likör mit Goldpartikeln, tief beeindruckt.
Gold wird eine anregende, ja sogar heilende Wirkung zugeschrieben. Dabei ist es nicht so kostspielig, wie es aussieht, aus einem Gramm Gold lassen sich nämlich bis zu 10 Quadratmeter Blattgold walzen. Das gibt eine Menge Goldflitter, Goldsternchen und Goldherzen. Lebensmittelrechtlich zählt Essgold zu den Farbstoffen und verbirgt sich hinter der Nummer E175.

Montag, 19. Mai 2008

Milbenkäse - nichts für Vegetarier

Das kann wirklich nur das Internet!
Bei meiner Suche nach mehr Information zum Rotklee bin ich, wie bereits erwähnt, auf Schubart, den "Edlen vom Kleefeld" gestossen. Dieser hat sich im 18. Jahrhundert in der Gemeinde Würchwitz ein Gut gekauft. Wo liegt denn nun dieses Würchwitz? Google konnte helfen: in Sachsen Anhalt. Bemerkenswert ist, dass es in Würchwitz ein Milbendenkmal gibt. Warum? Weil es dort den einzigartigen Milbenkäse gibt.
Zum Begriff Milbenkäse, den ich zum ersten Mal höre, wirft mir Google im Handumdrehen 14 200 Verweise in den Schoss.
Nun weiss ich, aus welch naheliegendem Grund der Milbenkäse Milbenkäse heisst. Die Käsemilbe "Tyroglyphus casei" und ihre Ausscheidungen verleihen ihm angeblich ein zart-nussiges Aroma. Als der "lebendigste Käse der Welt" wird er gerühmt, denn man isst die Käsemilben mit.
Die Zeit hast sich mit dem Käse befasst, Günter Jauch fragte bei einer 64 000 Euro Frage nach der Würchwitzer Spezialität (der Kandidat wusste die Antwort nicht), eine Diplomarbeit an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena wurde über den Milbenkäse geschrieben und auch ein Gedicht. Nicht zu vergessen das tonnenschwere Milbendenkmal aus weissem Marmor in Würchwitz.
Mein 24bändiges Konversationslexikon weiss nichts über Würchwitz, Schubart, der Edle vom Kleefeld ist ihm unbekannt und Milbenkäse natürlich auch.
Kann mir jemand sagen, was wir ohne das Internet und ohne Google täten?

Donnerstag, 15. Mai 2008

Glücksklee und Himmelsbrot

trifolium_p
Trifolium pratense

Die Wiesen sind in diesen Tagen voll mit den violetten Blütenköpfen des Rotklees. Er sieht sehr hübsch aus in Blumensträussen, wird aber hauptsächlich als eiweissreiche Futterpflanze und zur Gründüngung angebaut. Hinter dem Allerweltskraut verbirgt sich eine interessante Pflanze und eine lesenswerte Geschichte.
Johann Christian Schubart aus Zeitz hat Mitte des 18. Jahrhunderts den Klee in die Landwirtschaft Europas eingeführt. Dafür wurde er von Joseph II zum "Ritter des heiligen römischen Reiches von dem Kleefelde“ ernannt.
Der Rotklee ist eine "Hummel-Blume". Nur sie kommen mit ihrem langen Rüssel an den Nektar. Imker ziehen deshalb für ihre Bienen den Weissklee vor.
Den nektarhaltigen Blüten verdankt der Rotklee auch den Volksnamen "Himmelsbrot". Für Liebhaber der Naturküche hier eine Auswahl von Rezepten.

Sonntag, 27. April 2008

Rhabarberkuchen

Unser Rhabarber ist in kurzer Zeit riesig geworden,deshalb habe ich heute ein paar Stiele geerntet und einen Rhabarberkuchen mit Kokosbaiser gebacken, den wir dann am nachmittag auf dem Balkon zum Kaffee genossen haben.
rhabarber
Rührteig aus 125 Gramm Butter, ebenso viel Zucker, Prise Salz, drei Eier, 200 Gramm Mehl und etwas Backpulver in eine Springform geben. Vier bis fünf Handvoll gewürfelten Rhabarber darüber. Einen Löffel Zucker und vier Löffel Rahm über den Rhabarer geben und das ganz ca 40 Minuten bei 200 Grad backen. Danach mit einer Baisermasse aus drei Eischnee, 200 Gramm Zucker, Prise Salz und einer Handvoll Kokosflocken bedecken und nochmals 15 bis 20 Minuten bei ca 170-180 Grad backen.
Rhabarber und Kokos ergänzen sich gut, am besten schmeckt der Kuchen noch leicht warm.

Dienstag, 15. April 2008

Gehackter Ipod

Ich kann mir nicht vorstellen, dass der besonders gut schmeckt. Leichtverdaulich kann er auch nicht sein obwohl er eher zu den vegetarischen Gerichten zählt. Und doch, der Elektronikmarkt wirbt mit gehacktem Ipod. Eine neue Kochsendung?