nachdenken

Donnerstag, 22. März 2012

Himmel, Hölle, Fegefeuer

Ich war an einem Seminar: Mit den Kindern dem Thema Tod und Sterben begegnen. Glücklicherweise nicht aus einem aktuellen Anlass sondern um Ansichten, Meinungen, Literatur zu diesem Thema kennenzulernen.
Eindrücklich war für mich die Aussage des katholischen Theologen: "Himmel, Hölle und Fegefeuer existieren nicht mehr!" Einerseits beruhigt mich das, bin ich doch noch mit Höllenfurcht aufgewachsen, andererseits finde ich es bedauerlich, es gäbe einige Menschen denen ich für ihre Greueltaten ewige Höllenqualen wünschen würde.
Die Bilderbücher zu Tod und Sterben sind zahlreich, dieses Buch hat mir besonders gefallen: Und was kommt dann? Das Kinderbuch vom Tod. Es geht das Thema ungewöhnlich an, sachlich, sogar humorvoll. Die Bilder erinnern an gekritzelte Kinderzeichnungen. Die Autorin Pernilla Stalfelt ist Kulturwissenschaftlerin und lebt in Stockholm. .

Montag, 5. Dezember 2011

Jahr der Freiwilligen

Ein Lichtspektakel hat in Winterthur den Abschluss des Europäischen Freiwilligenjahrs gebildet. Hunderte von Freiwilligen hatten sich fotografieren lassen und im Durchgang vom alten Rathaus wurden die Bilder gestern an die Wände projiziert. Am Abend gab es einen "Festakt" mit Suppe und Glühwein und um 18.45 "Dank an die Freiwilligen" durch einen Stadtrat.

freiwillige

Ich finde es ja grundsätzlich richtig, dass man das Engagement der Freiwilligen würdigt, aber bei solchen Anlässen habe ich immer das Gefühl als ob mir jemand einfach wohlwollend über den Kopf streichelt und dazu Bravo sagt. Für mich muss Freiwilligenarbeit in sich selbst die "Belohnung" tragen, ich mache nur etwas das mich interessiert oder herausfordert.

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Alt werden

Die amerikanische Fotografin Isa Leshko hat ungewöhnliche Tiere fotografiert. Tiere, die man selten sieht, alte Tiere nämlich, Pferde, Gänse, Schafe, ein zwölfjähriges Schwein. Elderly Animals ist ein eindrückliches und berührendes Portfolio.
Sie schreibt dazu: "I am taking these pictures primarily to gain a deeper understanding about what it means to be mortal and to exorcise my fears of aging. I have come to realize that these images are self-portraits, or at the very least, they are manifestations of my fears and hopes about what I will be like when I am old."

Freitag, 7. Oktober 2011

Lust am Kaputtmachen

A film about the human drive to destroy and the absurd entertaining value that’s attached to it.— Laura Junger and Xaver Xylophon

Gefunden bei Strictly Paper (Sehr interessanter Blog "highlighting the many creative uses of paper")

Montag, 22. August 2011

Sondermüll des kleinen Mannes

Symbol saloppen Wohlstands nennt der Schweizer Schriftsteller Alex Capus in einem Aufsatz in der NZZ die Flipflops. Die heute "zur Grundausstattung des konsumorientierten Freizeitmenschen gehören". Während noch in den 1980er Jahren "kaum eine Schweizerin und schon gar kein Schweizer" es gewagt hätten, nackte Zehen herzuzeigen, schlurfen die Leute heute in Gummilatschen nicht nur durchs Strandbad sondern auch durch die Bahnhofstrasse.
Die Flipflops sind keine Gesundheitsschuhe, Gelenkschäden und chronische Sehnenentzündungen können die Folge sein bei exzessivem Gebrauch dieser Fuss"bekleidung".
Schlimmer ist aber dass die milliardenfache Produktion von Wegwerfsandalen aus schwer abbaubarem PVC zu einem Umweltproblem führt. Es gibt kaum einen Strand auf der Erde auf dem man nicht Flipflops findet.

AbsolutDahlsen
Vom australischen Künstler John Dahlsen, der mit dem Plastikmüll aus dem Meer Kunstwerke und Totems schafft, stammen diese Installationen aus Flipflops.

Freitag, 12. August 2011

Kopf einziehen und arbeiten...

Wie mit dem hohen Franken umzugehen ist, darüber macht sich Beat Kappeler, Sozialwissenschaftler, Publizist und einstmals Sekretär des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes, in der NZZ seine Gedanken.
Der hohe Frankenkurs sei kein Schweizer Problem, sondern ein Problem der Dollar- und Euroländer. Diese hätten in den letzten Jahren schlecht gewirtschaftet und jetzt sparen sie: "sie machen eine interne Abwertung von Renten Besoldungen, Staatsstellen, Subventionen. Dies bremst die Nachfrage der Arbeitnehmer, Rentner, Arbeitslosen und Firmen".
Hier der ganze Text

Samstag, 9. Juli 2011

Erdbeben

Über das Erdbeben in Haiti, über die politischen und sozialen Misstände, Korruption, Rassismus und den Niedergang des Mittelstands und vor allem über die Zweischneidigkeit der internationalen Hilfe hat die haitianische Schriftstellerin Yanick Lahens ein Buch geschrieben Und plötzlich tut sich der Boden auf das ich nur empfehlen kann.

Lahens

Mittwoch, 4. Mai 2011

Er ist tot!

Wenn ein Mensch, der so viel Leid und Tod in die Welt gebracht hat, stirbt, dann sind wohl alle froh. Dass man aber auf der Strasse tanzt und sich offiziell und offentlich darüber freut, dass Bin Laden in seinem eigenen Haus umgebracht wurde, dann finde ich das befremdlich. Dass ein Friedensnobelpreisträger den Auftrag zu dieser Tötung gegeben hat, ist für mich auch kaum zu verstehen.
Was glaubt man damit zu erreichen? Obamas Wiederwahl, Friede auf Erden oder Rache? So naiv kann doch niemand sein zu glauben mit dem Tod eines einzelnen Mannes sei die Terrorgefahr geringer geworden.
Zitate aus dem lesenswerten Artikel von Stefan Kuzmany von Spiegel Online:
"Aber wenn der sogenannte Krieg gegen den Terror seine Legitimation aus einem Bewusstsein der eigenen moralischen und zivilisatorischen Überlegenheit zieht dann sind gerade solche Details (die Seebestattung) von Bedeutung.
Der Vatikan hat bereits verbreiten lassen, dass es sich für Christen nicht gehört, den Tod eines Menschen zu bejubeln - und sei es auch ein noch so schlechter Mensch.
Es sind wohl letztlich leider nicht "die Kräfte des Friedens", die hier gesiegt haben, wie Merkel meint, sondern die Anhänger einer archaischen Blutrache-Moral. Dass sich die Spitzen unserer Regierungsparteien dieser Ideologie unterwerfen, bedeutet einen zivilisatorischen Rückfall. Die Erleichterung über den Tod Bin Ladens ist nachvollziehbar, der Applaus für seine Hinrichtung ist es nicht.
Ob die Welt mit seinem Abgang friedlicher wird? Das darf man bezweifeln."

Dienstag, 5. April 2011

Ausgezeichnet

Seit 62 Jahren verleiht die Universität Zürich Preise für besondere Seminararbeiten. Ein Preis, den niemand kennt, nennt ihn die NZZ.
Es ist jeweils eine nüchterne Angelegenheit, schweizerisch halt. Ich habe den Preis nämlich auch bekommen als ich etwa im vierten oder fünften Semester war. Professor Hugger, Volkskundler mit einem grossen Interesse an Fotografien als noch niemand Fotografien ernst nahm, hatte mich gefragt ob ich Lust hätte die fotografische Hinterlassenschaft des Wanderfotografen Ernst Hiltbrunner aus dem Emmental durchzuschauen und zu inventarisieren. Es seien ein paar hundert meist grossformatige Glasnegative.
Nun, es waren nicht ein paar hundert sondern eher 2000 oder mehr. Sie waren ungeordnet und verdreckt in ein paar Schubladen in der Bildersammlung des eidgenössischen Amts für Denkmalpflege in Bern, unten am Marzilibad. Ich wohnte damals in Langenthal, deshalb war die häufige Fahrt nach Bern gut zu machen.

hiltbrunner

Mit einem alten Militärhemd und Gummihandschuhen gegen den Dreck machte ich mich über die Negative her, versuchte zu entdecken was auf den Bildern abgebildet war und versuchte das zu beschreiben und zu systematisieren. Während eines ganzen Sommers war ich damit beschäftigt. Aus dieser Arbeit entstand eine Seminararbeit, die Professor Hugger als preiswürdig betrachtete. Und eines Tages hiess es ich könne 300 Franken (heute sind es 600) auf der Kasse der Universität abholen. Ich habe mich enorm über den Preis gefreut, er hat mich im Studium richtig angespornt, wenn man sich richtig ins Zeug legt, kann man auch etwas erreichen sagte ich mir damals. Auch wenn nicht allzuviele von diesem Preis Notiz nahmen, ein Hinweis auf die Preisträger stand in der Universitätszeitschrift, für mich selbst war er sehr wichtig, ich war riesig stolz.
Rektor Andreas Fischer überlegt sich nun, den Semesterpreis bekannter zu machen und öffentlich zu verleihen, dazu soll nun ein Sponsor her. Ehrlich gesagt, mir war mein ungesponsorter Preis lieber. Aber die andere Idee, die ausgezeichneten Semesterarbeiten auf der Website der Universität zu publizieren, fände ich gut.

Montag, 4. April 2011

Mit dem Schubkarren

folio-april11 "Die Atomkraftwerke mit erneuerbarer Energie ersetzen zu wollen, ist wie der Versuch das Transportwesen Frankreichs auf Schubkarren umzustellen," sagt der Umweltschützer Bruno Comby, der "Ketzer mit der Wärmepumpe" in einem Gespräch mit Reto U. Schneider im neuesten NZZ Folio Atomkraft am Scheidweg.
"Ich bin ein begeisterter Verfechter der erneuerbaren Energien, aber ich glaube nicht dass es reichen wird." Es bestehe die Gefahr, dass jedes nicht gebaute oder abgestellte AKW durch ein Kohle-, Öl- oder Gaskraftwerk ersetzt würde, was die Welt einen Schritt näher an die Klimakatastrophe führe.
"Was die Kernenergie so radikal von Kohle, Öl und Gas unterscheidet, ist, was ich den Faktor eine Million nenne: Aus einem Gramm Uran lässt sich gleich viel Energie gewinnen wie aus einer Tonne Erdöl."
Die Atomenergie ist "zum Inbegriff des Bösen geworden" sagt der Historiker Joachim Radkau im gleichen Aufsatz. "In Deutschland und in der Schweiz ist die Gegnerschaft gegen die Kernkraft das einigende Band der Ökobewegung gewesen, sie war geradezu ein Glaubensartikel."

Nicht falsch verstehen! Ich bin durchaus keine Verfechterin der Atomenergie und ich mag gar nicht daran denken, was aus Fukushima noch alles kommen kann und auch mit Comby bin ich nicht überall einverstanden, zu vieles verharmlost er.
Aber woher wollen wir all die Energie künftighin nehmen, wenn wir auf überhaupt nichts verzichten wollen? Nicht auf Rockkonzerte, grenzenlose Mobilität, Rolltreppen die ständig laufen, chinesischen Plastikschrott, Massentierhaltung, industriell gefertigte Dickmacher und und und und und? Unseren ganzen Lebensstil muss man in Frage stellen statt einfach zu sagen "abschalten".
"Weitermachen" ist auch keine Option.

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