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Dienstag, 22. Januar 2008

Bücher ohne Papier

Die Lösung für die häusliche Bücherflut?
Amazon hat im November einen Ebook-Reader, a "New Wireless Reading Device" mit dem Namen Kindle, herausgebracht. Er ist nur in den USA verfügbar (im Augenblick aber wegen allzu grosser Nachfrage ausverkauft.
kindle

Davon abgesehen, dass das Design stark verbesserungswürdig ist und der Preis von 399 Dollar exorbitant ist, hat das Gerät doch einiges für sich. Man kann unter 90 000 Büchern bei Amazon auslesen und sich die Inhalte direkt auf den Reader laden, wobei man probelesen kann, bevor man das Buch kauft. Auch Zeitungen und Magazine aus aller Welt sind im Angebot sowie über 200 "Topblogs".
Wenn man den Kindle dabei hat, kann einem nie mehr langweilig werden, ob im Zug, im Wartezimmer oder schlaflos im Hotelbett, immer hat man seine Bibliothek in Reichweite. Ausleihen kann man die Bücher dann allerdings nicht mehr.
Eine rege Diskussion zu diesem Reading Device ist bereits zugange, Benützer und zukünftige Kunden diskutieren hier.

Dienstag, 25. September 2007

Die Zeitung der Schweiz

Ist ja schon ein bisschen vollmundig: ".ch - Die Zeitung der Schweiz". Die "neue Generation von Gratiszeitung, die frühmorgens nach Hause geliefert wird und ihre urbane Leserschaft durch einen hochwertigen Inhalt und modernes Design anspricht", wie es in der Selbstdarstellung heisst.
Sie sieht aus wie irgendein schlechtgemachter Werbeprospekt für eine Mundspülung oder eine Hausratversicherung. Und die Themen hat man schon anderweitig gelesen.
Wenn gratis der einzige Verkaufsschlager ist, dann zahle ich lieber und bekomme etwas Rechtes. (Da kommt mir irgendwie der Wegwerfer von gestern in den Sinn.)

Freitag, 14. September 2007

Und ewig droht der Baggerzahn

Wer kennt sie nicht, die grossformatigen Bilderbücher und Bildtafeln aus den 1970er Jahren: "Alle Jahre wieder saust der Presslufthammer nieder" oder "Hier fällt ein Haus, dort steht ein Kran und ewig droht der Baggerzahn".

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© Jörg Müller, Biel
Das Gewerbemuseum Winterthur zeigt eine Ausstellung über den Autor dieser Bücher, den Illustrator, Kinderbuchmacher und Künstler Jörg Müller.
Gestern abend war eine Führung mit Hans ten Doornkaat, Lektor und KInderbuchexperte, die einem nicht nur Einblick in die Arbeitsweise von Jörg Müller gab, sondern auch den Blick schärfte für die Vielschichtigkeit seiner Arbeiten.
Am 21. Oktober ist nochmals Gelegenheit zu dieser Führung.
Alle noch lieferbaren Bilderbücher Jörg Müllers sind im Gewerbemuseum zu kaufen.

Montag, 21. Mai 2007

Traue keinem Bestseller!

Ich habe mich verführen lassen!
Einen Bestseller zu kaufen!
Auslöser war die Aufhebung der gebundenen Buchpreise und die Aussicht auf ein verregnetes Wochenende. Da schien es verlockend, sich mit einem um 30 Prozent verbilligten, fast 600 Seiten dicken Buch auf das Sofa zurückziehen zu können. Den Kaufentscheid hat wohl auch das hübsche Titelblatt beeinflusst, eine alte englische Rose mit den Worten Physik und Unglück eintätowiert
pessl
Nun liegt das verregnete Wochenende schon länger zurück und ich bin immer noch nicht weiter als auf Seite 24. Das Buch ist langweilig, hat auf jeder Seite mindestens eine geschmäcklerische Metapher und bietet schon auf den ersten 24 Seiten zwei Personen mit Sprachstörungen - einer schluckt immer mitten im Wort, der andere wiederholt ständig Wörter "was an einen kleinen grünen Frosch erinnert, der von einem schwimmenden Seerosenblatt zum anderen hüpft".
Eine niedliche Webseite gibts zum Buch mit allerlei gewichtigen Referenzen.
Mittlerweile habe ich gesehen, dass ich das Buch auf Englisch hätte kaufen können, als Taschenbuch und noch preiswerter als der billige Bestseller.

Donnerstag, 26. April 2007

Cat in the Hat wird fünfzig

.. und ist immer noch frisch und frech.

catinhat


"Seuss wrote the book because he felt that there should be more entertaining and fun material for beginning readers. From a literary point of view, the book is a feat of skill, since it simultaneously maintains a strict triple meter, keeps to a tiny vocabulary, and tells an entertaining tale. Literary critics occasionally write recreational essays about the work, having fun with issues such as the absence of the mother and the psychological or symbolic characterizations of Cat, Things, and Fish. This book is written in a style common to Dr. Seuss, anapestic tetrameter (see Dr. Seuss's meters)." Wikipedia

Donnerstag, 1. März 2007

Happy Birthday Globi

globifasnacht Globi feiert seinen 75. Geburtstag. Er ist so alt wie Elizabeth Taylor, hat sich aber besser gehalten als sie: keine Falten, kein graues Haar. Und immer noch top in Form. In seinem neuesten Buch "Globi bei den Nashörnern" begleitet er das kleine Nashorn Najma in seine Heimat, die afrikanische Savanne.
Auch an der Fasnacht sieht man Globi immer wieder. Wie kürzlich in Bern.
Umfassend über die Geschichte dieses zeitlosen Kinderhelden gibt mein Buch Globi, ein Freund fürs Leben Auskunft.




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Montag, 18. Dezember 2006

olive the other reindeer

Olive, the Other Reindeer, ist ein Verwandter von Mutter Weinezehr und dem weissen Neger Wumbamba und auch der Held eines Kinderbuches und eines Films.

olive

Ich habe von Olive an einer Lesung von Weihnachtsgeschichten in der Buchhandlung Obergass gehört, bei der Christoph Hürsch von schrägen und schrecklichen Ereignisse rund um das bevorstehende festliche Ereignis berichtete.
Was es genau mit Olive auf sich hat, habe ich dann im Internet recherchiert.
Olive ist nicht nur das andere Rentier, Olive ist auch ein kleiner Hund und er ist auch ein Mondegreen. Dies ist der Fachbegriff für eine Wortschöpfung, die auf einem (meist unabsichtlich) falsch verstandenen Wort oder Satzteil in einem Lied oder einem Gedicht beruht. Umfassend dazu die englische Wikipedia.
Den Begriff Mondegreen hat die amerikanische Autorin Sylvia Wright erstmals 1954 in der Zeitschrift Harpers gebraucht. Sie hatte als Kind eine Zeile in der schottischen Ballade The Bonny Earl of Murray falsch verstanden:
Statt:
They ha’e slain the Earl of Murray / And laid him on the green
hörte sie:
They ha’e slain the Earl of Murray / And Lady Mondegreen.

Weitere Beispiele in englischer Sprache und christmaslyrics-mondegreens

Dienstag, 28. November 2006

Globi geht zu Orell Füssli

An vielen Orten ist Globi schon gewesen. Ab 1. Januar hat er ein neues Zuhause. Viel Glück Globi!

globi

Sonntag, 26. November 2006

Bücher lesen

Bei Dailylit kann man sich ein Buch aussuchen, das man dann in kleinen Fortsetzungen, die per Email zugeschickt werden, lesen kann.

Ich habe mir Flatland von Edwin A. Abbott ausgesucht, das 1884 erstmals publiziert wurde. Es kommt in 37 Fortsetzungen, geht also nicht zu lange. Die ersten Folgen habe ich bereits erhalten, es war eine gute Wahl. Abbott hat eine "mathematische" Satire über die Viktorianische Gesellschaft geschrieben aber auch eine Science Fiction Geschichte. Hauptsächlich geht es um die Wahrnehmung von Dimensionen.

Flatland Wohnhaus
Flatland-house Flatland ist ein zweidimensionales Land. Seine Gesellschaft ist hierarchisch aufgebaut: als niedrigste Klasse werden die Arbeiter und Soldaten angesehen, sie sind spitzige gleichschenklige Dreiecke, gefährlich, weil sie mit ihren spitzen Winkel im zweidimensionalen Raum von Flatland die anderen Mitbewohner verletzen und zerstören könnten.
Gleichseitige Dreiecke sind Handelsleute und allgemein die Mittelklasse, während Gentlemen and Professionel Men als Quadrate, Squares erscheinen oder auch als Fünfecke. Darüber der Adel, die verschiedenen Schichten der Nobility, die sich durch immer mehr Seiten auszeichnen, bis sie den Ehrentitel Polygon erhalten. Wenn die Seiten so viele werden, dass man sie von einem Kreis nicht mehr unterscheiden kann, hat man die höchste Liga erreicht, die Priester.
Frauen hingegen sind Striche. Und dadurch besonders gefährlich mit ihren zwei Spitzen. Wenn man sie von oben oder von unten sieht, sind sie nichts als ein Punkt. Weil sie auch kein Gehirn besitzen - wo sollte das in einem Strich Platz haben – werden sie durch Gesetz gezwungen, dauernd einen Peace-cry auszustossen und ständig in einer ondulierenden Bewegung zu sein, um ihre Anwesenheit den anderen kundzutun.
Ich bin schon gespannt, wie sich das tägliche Leben in Flatland organisiert.

Montag, 23. Oktober 2006

Jacob-Grimm-Preis für Günter de Bryn

Für seine Verdienste um die deutsche Sprache hat der achtzigjährige Günter de Bryn den Jacob-Grimm-Preis erhalten.
Darüber freue ich mich, denn ich habe den Schriftsteller De Bryn vor zehn Jahren zufällig entdeckt und an der Universität Bern persönlich kennengelernt. Von seinem Buch "Vierzig Jahre. Ein Lebensbericht", war ich beeindruckt. "De Bryn erzählt sein Leben farbig, lebendig und fesselnd, aber erprüft dabei auch sein Handeln und Unterlassen als Bürger eines diktatorischen Staates gewissenhaft und ohne Schonung für sich selbst." So der Klappentext des Buches.
Auch in "Buridans Esel" und in "Märkische Forschungen" gefiel mir "das spezifische Pathos zurückgenommenen Sprechens", wie es Sibylle Cramer zum 70. Geburtstag des Schriftstellers in der NZZ formuliert. (Wahrheitsgetreu Bericht zu geben. Der Schriftsteller Günter de Bryn wird siebzig. NZZ 1.11.1996)