nachdenken

Mittwoch, 12. September 2012

Supermagnete - super dreckig

Heute lag der Manufactum Katalog Nr.14 im Briefkasten. Ich könnte lange darin herumschmökern und mich an den guten und schönen Dingen erfreuen.
Ich habe mir diesmal die Zeit genommen, auch die beigelegten Hausnachrichten zu lesen. Insbesondere der Text Neodym Magnet (K)ein gutes Ding? hat mich beunruhigt.
Manufactum hat nämlich das Angebot an Kraftwunder-Magneten aus dem Angebot gestrichen und erklärt die Hintergründe. Diese Supermagneten sind nämlich nicht so super wie wir vielleicht alle denken.
Ich habe zusätzlich auch noch zu Neodym geg*gelt und habe dieses Papier des Unternehmens Murphy und Spitz gelesen
Neodym gehört zu den Metallen der seltenen Erden und 97% des Weltbedarfs werden in China gefördert. Die Umgebung der Anlagen, die das Neodym vom Erz trennen - dabei werden giftige Chemikalien verwendet - ist verseucht, Brunnen sind kontaminiert, radioaktive Stoffe werden freigesetzt, Menschen sterben an Krebs. Es existiert ein riesiges Auffangbecken, der See der seltenen Erden.
Neodym wird auch bei vielen Windkraftanlagen verwendet, so viel zur "sauberen Energie".

Samstag, 4. August 2012

Gnadenlos billig

Ein interessanter augenöffnender Film über Arbeitsbedingungen bei deutschen Online-Versandgeschäften, zum Beispiel bei Z** und A**. Von Marc Rosenthal für ZdF Zoom.
Gnadenlos billig
Schlechtbezahlte Arbeit, Rechtlosigkeit am Arbeitsplatz. "Kaum ein Onlineshopper ahnt, wie es hinter den Kulissen mancher Versandhändler zugeht."
NB 19.8.13: Der obige Link funktioniert leider nicht mehr, wie bei allen Produkten der Öffentlich-Rechtlichen, aber hier gibt es das Video.

Dienstag, 31. Juli 2012

Versunkene Kosten oder der Fluch der bösen Tat

Nochmals die SonntagsZeitung vom vergangenen Wochenende: "Die versunkenen Kosten der Rettungspolitik" von Manuel Ammann, Professor an der Uni St. Gallen.
Er schreibt über die Bereitschaft der Europäischen Zentralbank "alles zu tun um den Euro zu retten" sie nehme dafür auch die Gefährdung des Geldwerts in Kauf, das heisst sie muss Geld drucken "da die finanziellen Möglichkeiten der Eurostaaten erschöpft sind".
Die EBZ macht dies unter anderem um ihre eigene Haut zu retten, sie schiebt immer grössere Kredite nach, damit sie nicht selbst in Schwierigkeiten kommt. "Spätestens nämlich wenn die Kredite abgeschrieben werden müssten, würden die Kosten der Rettungspolitik und ihr Scheitern für jedermann sichtbar. Deshalb muss immer weiter gerettet werden."
Es ist ein altbekanntes Problem in der Unternehmungsführung (aber auch Private fallen darauf herein): das Problem der versunkenen Kosten. Ein Projekt erweist sich als Misserfolg aber die aufgewendeten Summen waren so gross dass man lieber weiter investiert als den Verlust zuzugeben, in der Hoffnung man habe Glück und es würde sich doch noch auszahlen. Man wirft also gutes Geld schlechtem hinterher.
Die europäischen Staaten haben sich mit ihrer Eurorettungspolitik, mit dem ständigen Aushebeln und Missachten von Vertragsregeln in immer schlimmere Sachzwänge hineingeritten, die Kosten werden immer irrwitziger .
Der Autor meint mit Schiller: "Das ist eben der Fluch der bösen Tat, dass sie fortzeugend immer Böses muss gebären."

Mittwoch, 25. Juli 2012

Endstation Meer

Eine sehenswerte Ausstellung im Museum für Gestaltung in Zürich.
Auch wenn man schon von den riesigen Plastikmüllinseln, den gigantischen Plastiksuppen in den Weltmeeren gehört hat, diese Ausstellung zeigt es nochmals: Dass es bereits keinen Kubimeter Meerwasser mehr gibt, der frei ist von Plastikteilchen, dass diese Teilchen über die Nahrungskette auf unseren Teller gelangen.

meer abfall1

Allerdings sind die "Lösungs"ansätze: "reduzieren, umnutzen oder wiederverwerten" nicht wirklich neu und ob sie irgendwo etwas bewirken kann man bezweifeln.
Etwas habe ich gelernt: Luftballons fliegen zu lassen ist nicht zu empfehlen vor allem wenn sie an unverwüstlichen Plastikschnüren festgemacht sind:
"Am International Coastal Cleanup Day 2010 wurden allein in den USA 41420 Plastikspielzeuge und 32224 Ballone von Stränden eingesammelt. Besonders Ballone, die bei Wettbewerben miz Heliumgas und mitsamt Schnüren in den Himmel entlassen werden, können im Meer zu tückischen Fallen für Tiere werden."

Donnerstag, 14. Juni 2012

Ambivalente Wundertüten

Die neue Ausstellung im Gewerbemuseum Winterthur stellt den Plastiksack in den Mittelpunkt, die ambivalente Wundertüte wie die NZZ-Rezension es benennt.
Zwischen Konsumkritik und Kunst schlägt die neue Kuratorin Susanna Kumschick in dieser sehenswerten Schau einen Bogen.
Eindrücklich ist das Kunstwerk im Treppenhaus, eine Art atmender Organismus aus schwarzen Plastiktüten.
plasticbags

Freitag, 1. Juni 2012

Intellektuelle Staatsdiener

Einen lesenswerte Artikel bringt die NZZ heute: Konfuzius und Königsweg. Die chinesischen Intellektuellen sind ins politische System eingebunden - kritisches Bewusstsein entwickeln sie kaum. Verfasserin ist Wei Zhang
Das Bewusstsein chinesischer Intellektueller, so die Autorin, lasse sich auf die konfuzianische Lehre zurückführen nach der die Gelehrten loyale Diener des Staates sind. Auch nach drei Jahrzehnten wirtschaftlicher Reformen verharren die chinesischen Intellektuellen in diesen traditionellen Verhaltensmustern. Sie gehören zum Regierungsapparat und ihr ganzes Denken und Fühlen geht dahin, den Regierenden gehorsame Söhne zu sein und ihre "Väter" nicht zu enttäuschen. Staatsdiener sollen den Mächtigen verzeihen und sogar zum Selbstopfer bereit sein, ein pietätvoller Sohn würde seinen Vater niemals beschuldigen

Donnerstag, 31. Mai 2012

Lesestoff

Thilo Sarrazin: Europa braucht den Euro nicht. Wie uns politisches Wunschdenken in die Krise geführt hat. Ich habe am Fernsehen das Gespräch Sarrazin, Steinbrück, Jauch am Fernsehen verfolgt und wollte danach das Buch lesen. Es ist ein schwieriges Unterfangen, ich verstehe viel zu wenig von Geldpolitik, weiss viel zu wenig über Wirtschaft und Finanzen als dass ich die vielen Fakten dieses Buchs richtig würdigen könnte. Aber ich verstehe dass für die Einführung des Euro und für seine akuten Sanierungsversuche von den Verantwortlichen allzu leicht Regeln über den Haufen geworfen und Rechts- und Vertragsbrüche begangen wurden, als dass noch etwas Erfreuliches herauskommen könnte.
Meine Skepsis den Politikern gegenüber hat sich bei der Lektüre dieses Buchs auch nicht vermindert. Man darf ihnen kein Wort glauben!

Freitag, 6. April 2012

Braucht es den Karfreitag?

Karfreitag ist nicht bloss ein Tag an dem man nicht so recht weiss was man anfangen soll.
Nach Ansicht der beiden Theologen Markus Arnold und Pierre Bühler hat der Karfreitag eine wichtige Funktion. in einem Artikel in der NZZ Braucht es den Karfreitag? machen sie sich darüber Gedanken.
Ostern ist nicht nur ein christliches Fest, sondern ein "interreligiöser Komplex", es überlagern sich jüdische, mittelalterliche und antike Vorstellungen und Traditionen, wie zum Beispiel Osterlamm, Fruchtbarkeitssymbole Hase und Ei, Lichtsymbolik, das Derbe der Fasnacht und das Besinnliche Fastenzeit (die ja auch zum Osterkomplex gehören).
Es sind "urmenschliche, existenzielle Erfahrungen, die in diesem ganzen Bogen bis Ostern drin sind" sagt Arnold.
Der Karfreitag ist eine Erfahrung die alle Menschen machen: das Gefühl der Verlassenheit und Aussichtslosigkeit aber auch der Hoffnung dass es wieder Ostern wird. "Tod und Auferstehung gehören eng zusammen...es braucht den Karfreitag damit Ostern seine eigentliche Bedeutung erhält," meint Bühler.
NZZ

Sonntag, 1. April 2012

Kein Aprilscherz

Pullover für Hühner? Da gehen einem doch komische Gedanken durch den Kopf.

Gestrickter Hühnerpullover
Aber das ganze ist nicht so lächerlich wie es sich anfühlt. Im englischen Norfolk gibt es eine Farm Little Hen Rescue in der Batteriehühner und Barnhens aus ihrem Elend erlöst und in einer hühnergerechten Umgebung wieder aufgepäppelt werden. Ziel ist, die Hühner an Hühnerhalter abzugeben, die die strengen Regeln von Little Hen einhalten.
Die Batterie- und Barnhühner haben oftmals keine Federn mehr, vor lauter Stress haben sie diese verloren oder einander ausgepickt. Meist sind die Hühner auch unterernährt und geschwächt.
Die Federn wachsen wieder nach aber bis dahin tragen die Hühner Pullover. Gestrickte oder aus Fleece genähte.
Es ist eine berührende und spannnende Geschichte.

Sonntag, 25. März 2012

Freiheit, Verantwortung, Toleranz

Die Rede von Bundespräsident Joachim Gauck nach seiner Vereidigung "Euer Hass ist unser Ansporn". Es lohnt sich, sie anzuhören. Sie ist voller wunderbarer gescheiter Gedanken. Der Mann theoretisiert nicht, er spricht aus Lebenserfahrung.

Ich habe mir auch das Büchlein Freiheit. Ein Plädoyer gekauft und mit Gewinn gelesen. "Wer heute danach fragt, was unsere Gesellschaft ausmacht, was sie prägt und was ihr Gestalt verleiht, wird auf diese drei Wesensmerkmale stossen: Freiheit, Verantwortung und Toleranz."

Die Gründe, warum man damals den Dünnbrettbohrer Wulff statt des engagierten und "wortmächtigen" Gauck gewählt hat, bleiben für mich dunkel.

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