Dienstag, 5. April 2011

Ausgezeichnet

Seit 62 Jahren verleiht die Universität Zürich Preise für besondere Seminararbeiten. Ein Preis, den niemand kennt, nennt ihn die NZZ.
Es ist jeweils eine nüchterne Angelegenheit, schweizerisch halt. Ich habe den Preis nämlich auch bekommen als ich etwa im vierten oder fünften Semester war. Professor Hugger, Volkskundler mit einem grossen Interesse an Fotografien als noch niemand Fotografien ernst nahm, hatte mich gefragt ob ich Lust hätte die fotografische Hinterlassenschaft des Wanderfotografen Ernst Hiltbrunner aus dem Emmental durchzuschauen und zu inventarisieren. Es seien ein paar hundert meist grossformatige Glasnegative.
Nun, es waren nicht ein paar hundert sondern eher 2000 oder mehr. Sie waren ungeordnet und verdreckt in ein paar Schubladen in der Bildersammlung des eidgenössischen Amts für Denkmalpflege in Bern, unten am Marzilibad. Ich wohnte damals in Langenthal, deshalb war die häufige Fahrt nach Bern gut zu machen.

hiltbrunner

Mit einem alten Militärhemd und Gummihandschuhen gegen den Dreck machte ich mich über die Negative her, versuchte zu entdecken was auf den Bildern abgebildet war und versuchte das zu beschreiben und zu systematisieren. Während eines ganzen Sommers war ich damit beschäftigt. Aus dieser Arbeit entstand eine Seminararbeit, die Professor Hugger als preiswürdig betrachtete. Und eines Tages hiess es ich könne 300 Franken (heute sind es 600) auf der Kasse der Universität abholen. Ich habe mich enorm über den Preis gefreut, er hat mich im Studium richtig angespornt, wenn man sich richtig ins Zeug legt, kann man auch etwas erreichen sagte ich mir damals. Auch wenn nicht allzuviele von diesem Preis Notiz nahmen, ein Hinweis auf die Preisträger stand in der Universitätszeitschrift, für mich selbst war er sehr wichtig, ich war riesig stolz.
Rektor Andreas Fischer überlegt sich nun, den Semesterpreis bekannter zu machen und öffentlich zu verleihen, dazu soll nun ein Sponsor her. Ehrlich gesagt, mir war mein ungesponsorter Preis lieber. Aber die andere Idee, die ausgezeichneten Semesterarbeiten auf der Website der Universität zu publizieren, fände ich gut.

Montag, 4. April 2011

Mit dem Schubkarren

folio-april11 "Die Atomkraftwerke mit erneuerbarer Energie ersetzen zu wollen, ist wie der Versuch das Transportwesen Frankreichs auf Schubkarren umzustellen," sagt der Umweltschützer Bruno Comby, der "Ketzer mit der Wärmepumpe" in einem Gespräch mit Reto U. Schneider im neuesten NZZ Folio Atomkraft am Scheidweg.
"Ich bin ein begeisterter Verfechter der erneuerbaren Energien, aber ich glaube nicht dass es reichen wird." Es bestehe die Gefahr, dass jedes nicht gebaute oder abgestellte AKW durch ein Kohle-, Öl- oder Gaskraftwerk ersetzt würde, was die Welt einen Schritt näher an die Klimakatastrophe führe.
"Was die Kernenergie so radikal von Kohle, Öl und Gas unterscheidet, ist, was ich den Faktor eine Million nenne: Aus einem Gramm Uran lässt sich gleich viel Energie gewinnen wie aus einer Tonne Erdöl."
Die Atomenergie ist "zum Inbegriff des Bösen geworden" sagt der Historiker Joachim Radkau im gleichen Aufsatz. "In Deutschland und in der Schweiz ist die Gegnerschaft gegen die Kernkraft das einigende Band der Ökobewegung gewesen, sie war geradezu ein Glaubensartikel."

Nicht falsch verstehen! Ich bin durchaus keine Verfechterin der Atomenergie und ich mag gar nicht daran denken, was aus Fukushima noch alles kommen kann und auch mit Comby bin ich nicht überall einverstanden, zu vieles verharmlost er.
Aber woher wollen wir all die Energie künftighin nehmen, wenn wir auf überhaupt nichts verzichten wollen? Nicht auf Rockkonzerte, grenzenlose Mobilität, Rolltreppen die ständig laufen, chinesischen Plastikschrott, Massentierhaltung, industriell gefertigte Dickmacher und und und und und? Unseren ganzen Lebensstil muss man in Frage stellen statt einfach zu sagen "abschalten".
"Weitermachen" ist auch keine Option.

Freitag, 1. April 2011

Tschüss liebes Kaninchen

Vor den Augen der Fünftklässler wurde in einer Schule ein Kaninchen geschlachtet. "Es sollte Unterricht ganz nah an der Realität sein: In Schleswig-Holstein bestellten Lehrer ein Kaninchen zum Sterben in die Schule. So sollten die Kinder lernen, dass Essen in der Steinzeit nicht in der Tiefkühltruhe lag."
"Wir töten das Tier und übernehmen die Verantwortung. Danach dürfen wir das Tier essen,"welch hohle und nichtssagende Aussage! Was für eine Verantwortung wurde da von wem übernommen? Die Kinder hatten ja keine Wahl. Einige der Kinder versuchten sogar das Kaninchen vor dem Sterben zu bewahren und sammelten Unterschriften gegen die Schlachtung, aber "die Lehrer zeigten sich von der Aktion unbeeindruckt: Wir haben diese Form der Petition zurückgewiesen."
Ich bin auch dafür dass die Kinder erfahren woher die Schnitzel kommen, die sie verspeisen und was es braucht um einen Burger zu machen. Doch dazu würde man besser in einen Schlachthof gehen, dort ist die Realität für die Schlachttiere und nicht diese fast idyllische Situation auf dem Schulhof in der man sich vorher noch vom Tier verabschiedet. Tschüss liebes Kaninchen!

Donnerstag, 31. März 2011

Schönes aus Büchern

Zum Bücher Recycling in weitesten Sinne gehören auch altered books: Ein Buch wird aus seiner ursprünglichen Form gelöst und in eine neue Form oder in eine neue Bedeutung gebracht.
Wikipedia meint zu den altered books:
"An altered book is a form of mixed media artwork that changes a book from its original form into a different form, altering its appearance and/or meaning.
An altered book artist takes a book (old, new, recycled or multiple) and cuts, tears, glues, burns, folds, paints, adds to, collages, rebinds, gold-leafs, creates pop-ups, rubber-stamps, drills, bolts, and/or be-ribbons it. The artist may add pockets and niches to hold tags, rocks, ephemera, or other three-dimensional objects. Some change the shape of the book, or use multiple books in the creation of the finished piece of art.
Altered books may be as simple as adding a drawing or text to a page, or as complex as creating an intricate book sculpture."
Pamela Paulsrud ist eine Künstlerin, die nicht nur Kunstwerke aus Büchern schafft sondern auch einen durchaus gebrauchstüchtig anmutenden Bücherteppich.
buecherteppich

Dienstag, 29. März 2011

Never say never

Wie habe ich doch über die bonbonfarbigen Crocs geschnödet, die vor wenigen Jahren an allen möglichen Füssen und bei unmöglichen Gelegenheiten auftauchten. Nie würde ich so etwas anziehen. "Opinions are polarized about Crocs shoes; many regard them as comfortable and colorfully decorated, others see them as a fashion disaster", diese Aussage von Wikipedia konnte ich voll unterschreiben.
crocs
Nun habe ich heute doch ein Paar dieser "luridly coloured Swiss cheese clog-footwear" in Grösse 25 gekauft, nachdem von einigen Müttern meines Vertrauens nur gute Urteile über diese Kunststoffclogs gehört habe. Jetzt muss ich dem Kleinen nicht immer die festen Schuhe anziehen wenn er kurz in den Garten geht. Sie lassen sich problemlos waschen und offensichtlich sind sie auch bequem, er hat darin Fussball gespielt und hat den Ball immer gut getroffen.
Bin nur gespannt was sein Papa dazu sagt.

Montag, 28. März 2011

Gelesenes I

Nourishment Die Geschichte von Tory Pace und ihrem Ehemann Donald spielt in England während und nach dem 2. Weltkrieg. Donald ist in deutscher Kriegsgefangenschaft, Tory arbeitet in einer Gelatinefabrik und lebt mit Mrs. Head, so will ihre Mutter genannt werden, in sehr einfachen Verhältnissen in London. Ihre drei Kinder leben wegen der Bedrohung durch Bombenangriffe bei einer Pflegefamilie auf dem Land.
Aus der Gefangenschaft verlangt Donald von seiner Frau, dass sie ihm "dirty letters" schreibt. "I mean really filthy, full of all the dirtiest words and deeds you can think of". Die sittsame Tory quält sich zwischen Empörung und ehefraulicher Pflichterfüllung.
Was sich zwischen Kannibalismus, Schwarzbrennerei und Briefeschreiben entfaltet, fand ich zuweilen eher bizarr und weit hergeholt aber doch auch spannend, komisch und immer wieder überraschend bis zum Ende.
Nourishment, Gerard Woodward 2010

Sonntag, 27. März 2011

Gut zu Fuss

Meine neuen Laufschuhe, mit Superdämpfung. Asics Gel Cushioning System - begleitet mich schon seit Jahren!
laufschuhe

Samstag, 26. März 2011

Neues vom Bäumli

Die Bauarbeiten auf dem Bäumli sind vollendet, auch der Brunnen wurde wieder in Betrieb genommen.
brunnen-baeumli

Freitag, 25. März 2011

Kindergarten

Gestern haben wir einen Kindergarten besucht, unser Kleiner hat es sehr genossen. Zum Znüni durfte er mit am Tisch sitzen, ein Kind hat ihm sofort einen Stuhl gebracht.
Nach dem Essen war Spielzeit im Garten. Dort steht eine ziemlich steile Rutschbahn, die nicht geradlinig hinunter führt sondern rundherum. Man sieht also von oben das Ende nicht. Aber offenbar hat es grossen Spass gemacht, vor allem als ganze Kinderketten miteinander gerutscht sind.
kindergarten
Beim Fussballspielen allerdings wollten ihn die grösseren Buben nicht dabei haben, dafür haben sich zwei Mädchen intensiv um unseren Kleinen gekümmert und das hat ihm auch gefallen. Er war von den blonden Zöpfen der beiden sehr angetan und hat mich auf dem Heimweg gefragt ob das nun Pipi Langstrumpf war.

Mittwoch, 23. März 2011

Unperfektes Dinner

Gelegentlich sehe ich mir das Perfekte Dinner an. Weniger wegen der Kocherei als wegen dem "Zwischenmenschlichen".
Für diejenigen die die Sendung nicht kennen: Es werden jeweils fünf Leute zusammengewürfelt, die eine Woche lang abwechselnd den anderen ein "perfektes Dinner" vorsetzen müssen. Das Gegessene wird anschliessend bewertet, wer am Ende der Woche die meisten Punkte bekommen hat, erhält den Geldpreis.
Jeden Tag werden die Gäste über das Thema und den Ablauf des abendlichen Menus mittels einer Papierrolle informiert und dabei gibt es schon die ersten Fragezeichen: "Occident trifft Orient" hiess dasThema: Occident??????? ist das Akzident? fragte der eine, Occident???? was ist das, ist das Oxygen? die anderen.
Wenn man nun meint, dass sich zu solchen Sendungen Leute melden, die besonders gerne was Neues ausprobieren, dann täuscht man sich. Es wurde eine Käseplatte angeboten, mit Peccorino, Taleggio, Parmesan und dann kam die Offenbarung des Frisörs, dass er eigentlich nur Gouda isst (wahrscheinlich nur Scheibletten!) Am souveränsten war der iranische Würstchenverkäufer, der während des ganzen Abends seine gestrickte Wollmütze aufbehalten hat.
Nichts mit dem Essen zu tun hat dann die Schnüffelei der Geladenen in allen Zimmern und Schränken des Gastgebers, der Gastgeberin, da werden schon mal fremde Kleider oder Kosmetika anprobiert und ausprobiert.
Am besten gefällt mir die begleitende und kommentierende Stimme aus dem Off.

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