Emilie Kempin-Spyri begann mit 32 Jahren in Zürich Jura zu studieren. 1887 promovierte sie als erste Schweizer Juristin, doch weil sie eine Frau war, wurde ihr das Anwaltspatent verweigert. Sie wanderte mit ihrem Mann und den drei Kindern nach den USA aus, kehrte aber nach wenigen Jahren aus Familiengründen in die Schweiz zurück. Mit 48 Jahren starb sie verarmt und vereinsamt.

Dieses überdimensionierte blaue Sofa im Lichthof der Universität ist im Januar zum Gedenken an Emilie Kempin-Spyri, die erste Universitätsdozentin der Schweiz, enthüllt worden. Pipilotti Rist hat es geschaffen - ob die monumentale Chaiselongue dem Leben und Wirken von Kempin-Spyri entspricht, darüber kann man geteilter Meinung sein. Besser als eine Büste scheint es allemal.
Zudem wird es auch genutzt und für die Künstlerin symbolisiert diese freie Zugänglichkeit "die Vorreiterrolle von Emilie Kempin-Spyri im Kampf für die Gleichberechtigung der Frauen, von der heute alle profitieren können."
Unijournal
NB: Das Buch "Die Wachsflügelfrau" von Eveline Hasler hat das Schicksal dieser Frauenrechts-Pionierin zum Thema.
waltraut - Montag, 25. Februar 2008, 15:31