Finanzkrise zum Zweiten
Ich verstehe nicht ganz, warum so viele Börsen- und Finanzexperten von der Finanzkrise überrascht worden sind. Der gesunde Menschenverstand hat einem ja gesagt, dass dies eher früher als später passieren musste. Diese ExpertInnen haben doch alle Wirtschaft studiert?
Ein Beitrag von Yves Wegelin "Wer kauft die Kartoffeln" in der Sonderausgabe der Woz vom 27. November 2008 hat mir für die möglichen Hintergründe dieser Blindheit die Augen geöffnet:
Wirtschaftswissenschaften, so schreibt Wegelin, würden an Universitäten gelehrt, als seien sie Naturwissenschaften. Mit mathematischen Modellen werde so getan, als gelte es, unumstössliche Naturgesetze zu beschreiben, kritische Fragen oder alternative Erklärungen würden nicht beachtet.
"Während sich die SoziologiestudentInnen in ihren Einführungsvorlesungen von Emile Durkheim bis Jürgen Habermas durch widersprüchliche Theorien kämpfen, um sich dann ihren eigenen Blick auf die Welt zurechtzuzimmern, rechnen sich die VolkswirtInnen durch die beiden Lehrbücher Mikroökonomie und Makroökonomie - widersprüchliche Argumente gibt es darin so gut wie keine."
Kaum eine andere Zunft habe sich solch grosse ideologische Scheuklappen zugelegt - was nicht ins Weltbild passt, werde ausgeblendet. Das ideologisch gefärbte Denksystem der Ökonomen sei inzwischen so riesig und undurchsichtig geworden dass niemand wage es in Frage zu stellen.
"Die StudentInnen lernen nicht selbst zu denken - und am Schluss ihres Studiums 'denken' sie alle gleich. Nicht zuletzt wegen dieser Verkümmerung der Wirtschaftslehre war es möglich, dass in den vergangenen Jahren eine riesige Horde von BörsianerInnen auf eine Katastrophe zurannte, ohne dass rote Ampeln zu leuchten begannen."
Ein Beitrag von Yves Wegelin "Wer kauft die Kartoffeln" in der Sonderausgabe der Woz vom 27. November 2008 hat mir für die möglichen Hintergründe dieser Blindheit die Augen geöffnet:
Wirtschaftswissenschaften, so schreibt Wegelin, würden an Universitäten gelehrt, als seien sie Naturwissenschaften. Mit mathematischen Modellen werde so getan, als gelte es, unumstössliche Naturgesetze zu beschreiben, kritische Fragen oder alternative Erklärungen würden nicht beachtet.
"Während sich die SoziologiestudentInnen in ihren Einführungsvorlesungen von Emile Durkheim bis Jürgen Habermas durch widersprüchliche Theorien kämpfen, um sich dann ihren eigenen Blick auf die Welt zurechtzuzimmern, rechnen sich die VolkswirtInnen durch die beiden Lehrbücher Mikroökonomie und Makroökonomie - widersprüchliche Argumente gibt es darin so gut wie keine."
Kaum eine andere Zunft habe sich solch grosse ideologische Scheuklappen zugelegt - was nicht ins Weltbild passt, werde ausgeblendet. Das ideologisch gefärbte Denksystem der Ökonomen sei inzwischen so riesig und undurchsichtig geworden dass niemand wage es in Frage zu stellen.
"Die StudentInnen lernen nicht selbst zu denken - und am Schluss ihres Studiums 'denken' sie alle gleich. Nicht zuletzt wegen dieser Verkümmerung der Wirtschaftslehre war es möglich, dass in den vergangenen Jahren eine riesige Horde von BörsianerInnen auf eine Katastrophe zurannte, ohne dass rote Ampeln zu leuchten begannen."
waltraut - Montag, 19. Januar 2009, 15:23