derbaron - 29. Dez, 10:21

Das Interview im Tagesanzeiger ist nur leider grober Unsinn. Denn wenn man sich die jährlichen Milliardengewinne von Coop und Migros ansieht und dann noch sieht, wie luxuriös die Konsumtempel der beiden Grossverteiler eingerichtet sind, dann kann man über den "ruinösen Wettbewerb" nur lachen.

Lachen muss man auch über das Argument "Ich will gute Qualität, und die ist eben teuer". Denn 75% der Produkte von Coop und Migros kann man natürlich in der selben Qualität auch woanders billiger kaufen. Billiger heisst auch nicht, dass automatisch die Qualität schlechter ist - ganz im Gegenteil werden zb in Österreich des öfteren von der Tageszeitung "Der Standard" Produkttests durchgeführt und da gewinnen fast regelmässig Produkte von Hofer (= Aldi) vor allen anderen.

Hier in der Schweiz werden die Menschen durch eine unglaubliche Marketingmaschinerie von Migros und Coop einfach nur abgezockt. Man verschickt wöchentlich 150-Seiten strake Magazine, die von Begriffen wie Qualität, Nachhaltigkeit und Bio nur so wimmeln, und damit lullt man den Schweizer Konsumenten ein. Und das wundert mich, denn der Schweizer Konsument ist ja sonst auch kritisch, nur hier haben 2 Monopolisten es geschafft, mit ihrer Gehirnwäsche durchzukommen.

Gut, dass es endlich auch Lidl und Aldi in der Schweiz gibt und dass endlich Wettbewerb herrscht. Es muss Schluss sein mit der Konsumentenabzocke, die als Nachhaltigkeit verkauft wird, aber doch nur der Geldvermehrung durch die Coop/Migros-Manager dient.

waltraut - 30. Dez, 17:12

Ich kann halt mit der

Geiz ist Geil-Mentalität nicht viel anfangen.
Und ich bin auch sicher dass sich die Schweizer Konsumenten nicht so einfach gehirnwaschen und einlullen lassen.
Geldvermehrung ist ja wohl das legitime Ziel eines wirtschaftlichen Unternehmens oder sind Aldi/Lidl etwa Wohltätigkeitsinstitute?
derbaron - 31. Dez, 07:30

Natürlich ist das das wirtschaftliche Ziel eines Konzerns und dieses Ziel sorgt ja auch dafür, dass Unternehmen leben können, aber dem steht der Anspruch der Konsumenten gegenüber, sich nicht unnötig ausnehmen zu lassen. Wenn Käufer und Verkäufer auf derselben Seite stehen und sich beide nur Sorgen um das Wohlergehen des Verkäufers machen, dann wird damit der Sinn der Marktwirtschaft pervertiert. Daher nochmal: Wenn man Milliardengewinne macht, dann ist es Unsinn, zu behaupten, der Wettbewerb wäre ruinös. Die Relation stimmt hier einfach nicht.

Ich darf auch daran erinnern, dass Coop und Migros es waren, die sich überall breit gemacht haben und die kleinen Geschäfte in den Ruin getrieben haben. Coop und Migros sind Grosskonzerne mit einer unglaublichen Geld- und Marketing-Macht und es überrascht mich jeden Tag aufs neue, wie unkritisch diesen beiden Unternehmen begegnet wird.

Ich bin auch kein Verfechter der Geiz-ist-Geil-Mentalität, aber ich will auch nicht mehr zahlen, wenn ich genau weiss, dass ich dasselbe Produkt in derselben Qualität woanders günstiger bekommen kann. Wenn Sie es sich leisten können, freiwillig mehr zu zahlen, und das hauptsächlich darin begründet ist, dass Ihnen die Grossverteiler aufgrund ihrer Kuschel- und Wohlfühlintensivwerbung sympathischer sind oder weil das "Schweizer Firmen" sind, dann sei Ihnen das gegönnt. Es gibt aber auch Menschen, die sehr wenig verdienen und die zugleich eine grössere Familie ernähren müssen. Menschen, die jeden Franken umdrehen müssen. Spätestens hier hört sich der Spass mit den überteuerten Preisen auf.

Wenn ich europaweit Preise vergleiche, dann fällt auf, dass die Schweizer Preise in vielen Bereichen europäisches Niveau haben und zwar in den Sparten, wo es ausreichend Wettbewerb gibt (Elektronik, Kleidung, Schuhe, Sportartikel, Möbel, Baumärkte, etc). Bei Lebensmitteln jedoch ist die Schweiz eine Hochpreisinsel, speziell bei Obst, Fleisch, Gemüse und Milchprodukten. Und das ist definitiv nicht durch die angeblich so hohe Qualität erklärbar, denn wirklich gutes Fleisch und schmackhaftes Obst und Gemüse habe ich in Österreich viel billiger ebenfalls schon erstanden. Und selbst bei hochqualitativen schweizspezifischen Lebensmitteln wie Schweizer Käse unterbietet Aldi Schweiz die Grossverteiler um 5-7 CHF pro kg (Aldi vertreibt zB. denselben Gruyere-Käse wie Coop und Migros). Und nein, bei Aldi werden die Mitarbeiter nicht ausgepresst, denn Aldi zahlt - wie ich aus gesicherter Quelle weiss - sehr hohe Gehälter (von Lidl weiss ich es nicht).

Ich bin in einigen europäischen Ländern unterwegs und kenne diese "Ich zahle gern freiwillig mehr, weil ich ja Qualität kaufe"-Selbstbelügung von keinem anderen Land. Eine Banane ist eine Banane und es ist nicht einzusehen, dass ich für ein kg davon bei Coop 5 CHF zahle, während ich es bei Aldi Schweiz um 3 CHF bekomme und in Deutschland um 1 EUR. Solange diese Banane nicht Fair-trade-Kriterien erfüllt, spürt der Produzent von dem überteuerten Preis gar nichts. Die grössere Spanne wandert im Falle Coops/Migros in höheren Gewinn und exklusivere Ausstattung der Geschäftsräume. Und sorry: DAS zu gewährleisten kann nicht das Ziel eines mündigen Konsumenten sein.

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