Kindererziehung

Ich habe ein paar Texte dazu im Internet und einige Artikel gelesen, im Time-Magazine, in der NZZ, NZZ am Sonntag aber jetzt habe ich das Buch gekauft und fertig gelesen. Es ist spannende Lektüre und ich kann den harten Erziehungsstil Amy Chuas differenzierter sehen. Erziehung ist Teil der Kultur und chinesische und europäische oder amerikanische Kultur unterscheiden sich nun mal stark, in der Kindererziehung besonders
Im Buch kommt Amy Chua für mich dann nicht nur als gnadenlose knallharte eiserne Lady durch. Sie ist eine Mutter die ihre Töchter sehr liebt und versucht ihre besonderen Fähigkeiten zu entwickeln. Es ist auch viel Selbstironie und etwas Koketterie in ihren Beschreibungen; auch das Scheitern hat sie kennengelernt. Ich habe den Eindruck, dass die meisten der Rezensenten das Buch nicht bis zum Schluss gelesen haben.
Das Buch ist ja kein Erziehungsratgeber aber enthält Thesen die zum Nachdenken anregen. Chinesische Mütter sehen ihre Kinder nicht als Mängelwesen sondern als starke junge Menschen, denen man durchaus etwas zutrauen darf und von denen man durchaus etwas fordern darf. Disziplin, Respekt, Familienzusammenhalt sind wichtige Werte in ihrem Denken.
Auf der vorletzten Seite:
"Ich bezweifle sehr, dass westliche Eltern überhaupt Entscheidungen treffen. Sie tun einfach nur, was alle tun. Sie hinterfragen auch nichts... " "Wenn die Kinder irgendwo versagen, rennen westliche Eltern als Erstes zum Anwalt, statt dass sie ihnen sagen, sie sollen sich gefälligst mehr anstrengen."
waltraut - Freitag, 11. Februar 2011, 19:15