Protest am falschen Ort
Die Vorlesung über Wahrnehmungspsychologie musste heute statt im grossen Hörsaal B10 im Dachgeschoss im Werkstatthörsaal stattfinden. Da gabs für viele nbur noch Sitzplätze auf dem Boden. B10 ist nämlich von 70 Streikenden besetzt, die gegen Bologna und gegen die "Ökonomisierung" der Bildung protestieren.

Vor zehn Jahren, beim Einzug der Reform waren die Voten der Studierenden anders: Nun wisse man endlich was man lernen müsse und was nicht, hat man gehört. Es gebe keine Zeitverschwendung mehr weil man sich die falschen Vorlesungen und Seminare ausgesucht hatte, die starke Strukturierung des Studiums empfand man als Entlastung und Hilfe im Hinblick auf ein "schlankes" Studium.
Geschichtsprofessor Bernd Roeck relativiert in bazonline den "Aufstand" und das Anliegen der Protestierenden:
- Ein Problem ist etwa, dass Bologna nur einem Teil der Studierenden gerecht wird. So fördert es bestimmt nicht den Typus der reflektierenden Studierenden, die Zeit brauchen, um sich für Themen zu erwärmen und nicht nur ergebniszentriert studieren.
- Für mich ist nicht Bologna das Hauptproblem. Sondern das oft unhaltbare Betreuungsverhältnis. Die Schweizer Universitäten verzeichnen enorme Zuwächse an Studierenden. Alleine die Uni Zürich hat dieses Jahr 1000 Studierende mehr. Teilweise betreuen Dozierende über hundert Studentinnen und Studenten oder mehr. Dagegen wird schlicht zu wenig unternommen. Das ist jedoch kein Problem, das sich durch Umstrukturierung des Studiums beseitigen lässt.
- Bologna ist nur ein Aspekt der Problematik. Aber es ist nicht der zentrale Punkt. Und bestimmt kein Grund, sich im Hörsaal die Nächte um die Ohren zu schlagen. Die Aktionen finden zudem am falschen Ort statt. Statt die Universität zu lähmen, sollten die Studenten den politischen Instanzen zeigen, wo die Missstände sind.

Vor zehn Jahren, beim Einzug der Reform waren die Voten der Studierenden anders: Nun wisse man endlich was man lernen müsse und was nicht, hat man gehört. Es gebe keine Zeitverschwendung mehr weil man sich die falschen Vorlesungen und Seminare ausgesucht hatte, die starke Strukturierung des Studiums empfand man als Entlastung und Hilfe im Hinblick auf ein "schlankes" Studium.
Geschichtsprofessor Bernd Roeck relativiert in bazonline den "Aufstand" und das Anliegen der Protestierenden:
- Ein Problem ist etwa, dass Bologna nur einem Teil der Studierenden gerecht wird. So fördert es bestimmt nicht den Typus der reflektierenden Studierenden, die Zeit brauchen, um sich für Themen zu erwärmen und nicht nur ergebniszentriert studieren.
- Für mich ist nicht Bologna das Hauptproblem. Sondern das oft unhaltbare Betreuungsverhältnis. Die Schweizer Universitäten verzeichnen enorme Zuwächse an Studierenden. Alleine die Uni Zürich hat dieses Jahr 1000 Studierende mehr. Teilweise betreuen Dozierende über hundert Studentinnen und Studenten oder mehr. Dagegen wird schlicht zu wenig unternommen. Das ist jedoch kein Problem, das sich durch Umstrukturierung des Studiums beseitigen lässt.
- Bologna ist nur ein Aspekt der Problematik. Aber es ist nicht der zentrale Punkt. Und bestimmt kein Grund, sich im Hörsaal die Nächte um die Ohren zu schlagen. Die Aktionen finden zudem am falschen Ort statt. Statt die Universität zu lähmen, sollten die Studenten den politischen Instanzen zeigen, wo die Missstände sind.
waltraut - Montag, 23. November 2009, 19:02