Gehirnnahrung

Zweimal war ich diese Woche an der Uni um Vorlesungsluft zu schnuppern. Philosophische Fragen der normativen Ethik fand ich sehr interessant und anspruchsvoll. Denn beim ersten Begriff hatte ich schon das Gefühl, dass mir der Boden unter den Füssen weggezogen wird: Objektiver Konsequentialismus??? Aber für was hat man Latein gehabt, Das muss ja irgendetwas mit Folgen zu tun haben. Wie wahr! Der Konsequentialismus beurteilt jedes Handeln nach seinen Folgen, wenn ich also einen Menschen das Leben rette und es stellt sich heraus dass das ein Serienmörder ist der nachher fröhlich weiter mordet, dann war mein Handeln falsch.
Der subjektive Konsequentialismus jedoch bewertet nur die Absicht, den guten Willen einer Handlung, die Folgen bleiben unberücksichtigt. Deshalb, so Schaber, ist der subjektive Konsequentialismus eigentlich kein Konsequentialismus.
Ich liebe solche Gedankengänge!
Die zweite Vorlesung habe ich heute besucht, sie hiess: Philosophie der Geistes- und Sozialwissenschaften: Wie die Gesellschaft sichtbar und hörbar wird. Versprach auch spannend zu sein. Als der Dozent herein kam und uns zum Kolloquium Aktionärsrecht willkommen hiess, merkte ich, dass ich im falschen Zimmer sass. Rausgehen war nicht. Mir war schon zu Beginn aufgefallen, wie nett alle StudentInnen angezogen und frisiert waren, was wieder beweisst, dass sich das Styling je nach Fakultät ändert!
Nun, es war trotzdem interessant, die Stunde war wie eine Denksportaufgabe mit wirtschaftsrechtlichem Hintergrund. Ich habe ein paar neue Worte kennengelernt: Unterbilanz, Kaduzierungsverfahren, Unterpariemission (verboten) (fast immer) Kapitalherabsetzung. Eigentlich habe ich alle Begriffe verstanden (spricht für den Dozenten), das Kaduzierungsverfahren möchte ich aber nicht erklären müssen.
waltraut - Mittwoch, 4. März 2009, 13:37