Donnerstag, 29. Januar 2009

Verwahrlosung des öffentlichen Raums

Dass in der Schweiz künftig Nacktwanderer gebüsst werden sollen, hat Spiegelonline heute gemeldet - während andernorts bereits über Nacktwanderwege nachgedacht werde um den Tourismus anzukurbeln.
Ich habe noch nie einen Nacktwanderer gesehen, der Mann der sich mir vor Jahren im Stadtpark hüllenlos präsentiert hat, war vermutlich nicht auf einer Wanderschaft. Aber ich bin auch nicht erpicht darauf irgendwo Nacktwanderer anzutreffen. Vermutlich sind es ja ohnehin diejenigen, die ästhetikmässig von Bekleidung profitieren würde. Andererseits, was sich an Freizeitbekleidung präsentiert ist auch oft eine visuelle Herausforderung. Übrigens gibt es auch Nacktradler, so hat mich ggle belehrt, diesen "Natursport" mag ich mir nicht einmal vorstellen.
Da kommt mir wieder der absolut lesenswerte Aufsatz in der NZZ vom 27.12.08 in den Sinn über die moralische Verwahrlosung des öffentlichen Raums: Mein chauvinistisches Ohr von Dubravka Ugresic. Zitat:
Der öffentliche Raum mit seinen geschriebenen und ungeschriebenen Gesetzen ist heute dazu da, die persönliche Freiheit zur Schau zu stellen. Altmodische Benimmregeln gelten nicht mehr, Schilder mit der Aufschrift 'Spucken verboten, die früher wegen ihres absurden Inhalts die Leute zum Lachen brachten, sind längst verschwunden. Heute spucken viele auf den Boden, markieren den Raum mit ihrer Spucke, mit ihrem Urin, mit ihren Leibern, mit ihren Stimmen. Niemand will mehr unbemerkt bleiben. Jeder kämpft um seine Rechte und pfeift auf die der anderen.

Bäume zum Wegwerfen

Die Tempo-Taschentücher feiern heute den 80. Geburtstag, denn am 29.1.1929 wurde Tempo als Marke für das erste deutsche Papiertaschentuch beim Reichspatentamt in Berlin angemeldet. 1935 erwarb Gustav Schickedanz, der Gründer des Versandhauses Quelle, die Rechte an Tempo und machte es mit neuen Herstellungsmethoden und Vertriebsformen zum Grosserfolg.
In den 1950er Jahren wurden die Papiertaschentücher erstmals in der komfortablen und bis heute typischen blau-weissen Knickpackung verkauft.
Das Papiertaschentuch, geradezu ein Symbol für die Ex und Hopp-Gesellschaft, ist auch zum Sammelobjekt geworden. Hier kann man Stefanies virtuelles Papiertaschentuch-Museum bestaunen.
Ein Katalog einer Ausstellung im Schloss Haimhausen zeigt kulturgeschichtliche Bezüge dieses heute nahezu unverzichtbaren Objekts auf.
Aber viele Menschen machen sich auch Sorgen um die ökologischen Nachteile dieses Wegwerfprodukts, das aus reinem Zellstoff aus den Fasern von Laub- und Nadelbäumen gewonnen wird und dessen Herstellung sehr viel Wasser verbraucht und verschmutzt. Aus hygienischen Gründen kommt für die Hersteller von Tempo kein Recyclingpapier in Frage, Es gibt jedoch Papiertaschentücher aus 100 Prozent Recyclingpapier, jedoch sind sie schwer zu finden. Dien Danke-Recyclingtaschentücher, die wir lange bei Coop gekauft hatten, sind nicht mehr erhältlich. Also wieder zurück zu den Stofftüchern?
Spiegelonline bringt auch noch Info zum Tempotaschentuch und ein paar hübsche Bilder.

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