Nobilitierung

"The heritage of a domestic handicraft, abandoned in contemporary interiors, is shaped into a new form. Traditional hand-crafted doilies are raised into bowls by crystallizing salt. Beautiful crystals keep the fragile textile in a blossom shape. A sustainable way of breathing new life into a forgotten decorative piece."

"There is a multitude of functional uses for this item, along with being decorative."
Die gehäkelte Schale (nicht geklöppelt liebe Frau Henneken) wird im Museum Deutsche Guggenheim in Berlin, das sich durch "hochkarätige Ausstellungen" auszeichnet, als Designerstück zum Verkauf angeboten. Das Häkelstück sei in Salzlake eingelegt worden "bis sich zarte Salzkristalle um die Fäden formen". Wie stabil das Ganze dann ist entzieht sich meiner Kenntnis.
Die Schale hat mich an den gehäkelten Schwan aus früheren Zeiten erinnert. Eine hochkomplexe Häkelarbeit. Er wurde damals mit Zuckerwasser versteift. Offensichtlich ist er heute noch beliebt. Gestärkt wird er jetzt mit Stiffy.
In ein Museum hat er es nicht geschafft. Warum? Wieso wird das eine als "heritage of a domestic handicraft" angesehen und das andere nicht einmal zur Kenntnis genommen?
Danke Susann für den Hinweis zu den Schalen!
NB: Nobilitierung: "In einem übertragenen Sinn wird Nobilitierung auch für die „Ehrbarmachung“ ehemals trivialer, „gemeiner“ Objekte, Tatsachen und Personen verwendet, beispielsweise die „Nobilitierung der Comics“."
waltraut - Freitag, 11. Januar 2008, 16:47