Urin - zu schade zum Wegspülen
Obwohl Urin nur 1% des Abwasservolumens ausmacht, enthält er sehr viele Nährstoffe. Diese müssen mit grossem Aufwand in Kläranlagen entfernt werden. Bleibt das aus, bedroht Überdüngung die Gewässer – namentlich die küstennahen Meere und ihre Fischbestände. Auch viele Problemstoffe, wie Medikamentenreste oder hormonaktive Substanzen, gelangen über den Urin ins Abwasser und teilweise in die Umwelt.
Das Wasserforschungs-Institut Eawag in Dübendorf zeigt nun, dass die separate Sammlung und Behandlung von Urin für den Gewässerschutz und das Recycling von Nährstoffen weltweit entscheidende Beiträge leisten könnten.
Der Dünger der in einem von der Eawag begleiteten Pilotprojekt aus Urin gewonnen wurde schnitt bei Versuchen im biologischen Landbau ähnlich gut ab wie künstlicher Mineraldünger und deutlich besser als Gülle oder organische Handelsdünger. Nährstoffe aus dem menschlichen Urin könnten in der Schweiz mindestens 37% des Stickstoff- und 20% des Phosphorbedarfs ersetzen, die heute durch importierten Kunstdünger gedeckt werden.

Umschlagbild der Berner Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde, 64. Jahrgang 2002 Heft 4.
WC Schüssel aus dem Historischen Museum Bern
Dass sich mit Urin Geld verdienen lässt hat bereits der römische Kaiser Vespasian gewusst, als er eine Latrinensteuer einführte. Als ihm sein Sohn Titus Vorhaltungen machte, dass dieses Geld auf recht unkaiserliche Weise verdient würde, soll ihm Vespasian erwidert haben: Pecunia non olet. (Geld stinkt nicht)
Urin war übrigens durch die Jahrtausende ein vielseitiger Rohstoff etwa beim Färben, Walken von Wolle oder beim Ledergerben. Und die populäre Eigenurintherapie der 1990er Jahren versprach Heilung von mancherlei Gebresten.
Das Wasserforschungs-Institut Eawag in Dübendorf zeigt nun, dass die separate Sammlung und Behandlung von Urin für den Gewässerschutz und das Recycling von Nährstoffen weltweit entscheidende Beiträge leisten könnten.
Der Dünger der in einem von der Eawag begleiteten Pilotprojekt aus Urin gewonnen wurde schnitt bei Versuchen im biologischen Landbau ähnlich gut ab wie künstlicher Mineraldünger und deutlich besser als Gülle oder organische Handelsdünger. Nährstoffe aus dem menschlichen Urin könnten in der Schweiz mindestens 37% des Stickstoff- und 20% des Phosphorbedarfs ersetzen, die heute durch importierten Kunstdünger gedeckt werden.

Umschlagbild der Berner Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde, 64. Jahrgang 2002 Heft 4.
WC Schüssel aus dem Historischen Museum Bern
Dass sich mit Urin Geld verdienen lässt hat bereits der römische Kaiser Vespasian gewusst, als er eine Latrinensteuer einführte. Als ihm sein Sohn Titus Vorhaltungen machte, dass dieses Geld auf recht unkaiserliche Weise verdient würde, soll ihm Vespasian erwidert haben: Pecunia non olet. (Geld stinkt nicht)
Urin war übrigens durch die Jahrtausende ein vielseitiger Rohstoff etwa beim Färben, Walken von Wolle oder beim Ledergerben. Und die populäre Eigenurintherapie der 1990er Jahren versprach Heilung von mancherlei Gebresten.
waltraut - Sonntag, 11. März 2007, 06:33