Der Kampf der Goldhasen

Seit ein paar Jahren ist der Frieden unter den Goldhasen gestört. Die österreichischen „Prachthasen“ im „traditionellen Design mit roter Masche“, die von der Firma Hauswirth seit 1962 produziert werden, seien ein Plagiat des schweizerischen „Goldhasen“, hiess es aus der Schweiz. Dort wird der Goldhase seit 1952 von Lindt&Sprüngli hergestellt und in Deutschland und in der Schweiz verkauft. Erst 1995 hat sich der Goldhase auch in Österreich ausgebreitet und dem "Prachthasen", der dort seit 1962 heimisch ist, das Feld streitig gemacht. „Plagiat“ riefen jetzt die österreicherischen, „geschützte Marke“ die Schweizer Schokoladehohlkörperfabrikanten.
Der klassische sitzende Goldhase von Lindt trägt eine rote Halsschleife mit kleinem Glöckchen und diesen Goldhasen hat sich Lindt&Sprüngli als internationales Markenzeichen und in den Farben gold, rot und braun schützen lassen.
Bei Schokolade-Osterhasen gibt es nur einen begrenzten Formenschatz argumentierte Hauswirth gegen diesen extensiven Markenschutz: man könne nicht einfach alles schützen, „was sitzt und ein rotes Mascherl hat“.
Trotzdem, der "Prachthase" durfte 2005 auf Betreiben von Lindt&Sprüngli nicht mehr verkauft werden. Was wiederum den Kindern im österreichischen Kinderdorf Pötsching zugute kam, sie wurden nämlich mit den unverkaufbaren Schokolodehasen beschenkt.
waltraut - Freitag, 24. Februar 2006, 15:05