Gestaltung als Lebenswerk
Er ist eine faszinierende Figur, dieser Schatzmann. Als wir nach Winterthur zogen ist er mir manchmal aufgefallen, mit seinen langen Haaren, dem Spitzbart und den Ohrringen. Immer trug er eine phantasievolle Kopfbedeckung und unkonventionelle, farbenfrohe Bekleidung, manchmal auch einen wallenden Umhang, er kam mir vor wie eine Märchenfigur.

Er sei Künstler hiess es aber irgendwie schien man ihn nicht ernst zu nehmen. Doch immer wieder traf ich im öffentlichen Raum seine farbenfrohen fröhlichen Skulpturen, die nicht ein Schild trugen "Berühren verboten" sondern die einluden zum Besitzen, Besteigen, Betasten.
1999 wurde Schatzmann nicht nur in Winterthur bekannt sondern "gelangte zu nationaler Bekanntheit, als er eine Abstimmung über einen künstlich angelegten See in Winterthur lancierte. Seine Initiative wurde zwar vom Stimmvolk abgelehnt, doch steht sie symptomatisch für einen künstlerischen Ansatz, der die Aufgabe der Kunst in der Verschmelzung von Kunst und Leben sowie der Arbeit an einer ganzheitlichen sozialen Plastik sieht".
Nun stellt Erwin Schatzmann zum ersten Mal in der Kunsthalle in Winterthur aus. Aber nicht nur seine Skulpturen sondern auch seine Bilder, seine Sammlungen, die von Knöpfen bin zu Samichlaus-Abziehbildchen reichen. Und irgendwie passt alles zusammen, wie die Collage von Zeitungsausschnitten die an die Wand geheftet zu einem Kunstwerk werden.

Besonder eindrücklich fand ich Schatzmanns Gedanken und Reflexionen zu allen möglichen Lebensbereichen: "Ich traf einmal eine künstlerische Entscheidung: Obwohl ich mir aller Misstände und Fehlentwicklungen auf der Welt bewusst bin, möchte ich keine Betroffenheits- und Anklagekunstr machen, nicht irritieren, hinterfragen, keinen Spiegel vorhalten, sondern einfach das in meinen Augen bessere, schönere herstellen, sein, leben. Nicht die Finsternis thematisieren sondern ein Licht anzünden. Wenn schon kämpfen, dann nicht gegen sondern für."

"Holz, das Arme-Leute-Material.
Der Reiche nimmt Stein, Metall oder Glas.
Es ist schon lange her, seit Könige in hölzernen Palästen wohnten.Für mich ist es politisch korrekt:
nachwachsend, umweltfreundlich etc, proletarisch: Friede den Hütten, Krieg den Palästen."
Der Titel der Ausstellung "Schatzmannisierung" verweist auf den Gestaltungsdrang des Künstlers: "Die Welt gefiel mir nicht - ich musste mir eine neue schaffen..."
Die Ausstellung in der Kunsthalle, Marktgasse 24 läuft noch bis zum 26.September.
NB am 25.12.2010: Erwin Schatzmann bei Aeschbacher

Er sei Künstler hiess es aber irgendwie schien man ihn nicht ernst zu nehmen. Doch immer wieder traf ich im öffentlichen Raum seine farbenfrohen fröhlichen Skulpturen, die nicht ein Schild trugen "Berühren verboten" sondern die einluden zum Besitzen, Besteigen, Betasten.
1999 wurde Schatzmann nicht nur in Winterthur bekannt sondern "gelangte zu nationaler Bekanntheit, als er eine Abstimmung über einen künstlich angelegten See in Winterthur lancierte. Seine Initiative wurde zwar vom Stimmvolk abgelehnt, doch steht sie symptomatisch für einen künstlerischen Ansatz, der die Aufgabe der Kunst in der Verschmelzung von Kunst und Leben sowie der Arbeit an einer ganzheitlichen sozialen Plastik sieht".
Nun stellt Erwin Schatzmann zum ersten Mal in der Kunsthalle in Winterthur aus. Aber nicht nur seine Skulpturen sondern auch seine Bilder, seine Sammlungen, die von Knöpfen bin zu Samichlaus-Abziehbildchen reichen. Und irgendwie passt alles zusammen, wie die Collage von Zeitungsausschnitten die an die Wand geheftet zu einem Kunstwerk werden.

Besonder eindrücklich fand ich Schatzmanns Gedanken und Reflexionen zu allen möglichen Lebensbereichen: "Ich traf einmal eine künstlerische Entscheidung: Obwohl ich mir aller Misstände und Fehlentwicklungen auf der Welt bewusst bin, möchte ich keine Betroffenheits- und Anklagekunstr machen, nicht irritieren, hinterfragen, keinen Spiegel vorhalten, sondern einfach das in meinen Augen bessere, schönere herstellen, sein, leben. Nicht die Finsternis thematisieren sondern ein Licht anzünden. Wenn schon kämpfen, dann nicht gegen sondern für."

"Holz, das Arme-Leute-Material.
Der Reiche nimmt Stein, Metall oder Glas.
Es ist schon lange her, seit Könige in hölzernen Palästen wohnten.
Der Titel der Ausstellung "Schatzmannisierung" verweist auf den Gestaltungsdrang des Künstlers: "Die Welt gefiel mir nicht - ich musste mir eine neue schaffen..."
Die Ausstellung in der Kunsthalle, Marktgasse 24 läuft noch bis zum 26.September.
NB am 25.12.2010: Erwin Schatzmann bei Aeschbacher
waltraut - Samstag, 11. September 2010, 18:41