Mittwoch, 28. März 2007

Testplanung für Lagerplatzareal

Sulzer und die Stadt Winterthur präsentieren das grösste zusammenhängende Industrieareal der Schweiz gerne als «neue Stadt in der Stadt» - auf Rundgängen und in Broschüren. Wenns aber darum geht, das pralle Leben vorzuzeigen, das Charmante, Verruchte und Improvisierte, dann werben die Vermarkter mit dem Lagerplatz, jenen 46 000 Quadratmetern beim Gleisfeld vor dem Hauptbahnhof: Dort, in diesen alten Hallen, Werk- und Lagergebäuden, haben sich in den letzten zehn Jahren Handwerker, Künstlerinnen, Kulturschaffende und Jungunternehmer eingenistet..." schrieb der Tagi am 8.11.2006, hier nachzulesen.

lagerhausplatz
Paradies Lagerplatz auf dem Sulzerareal

Man spricht von 90 Betrieben mit 300 Arbeitsplätzen und 17 000 Kunden pro Monat auf dem Areal. "Kurz: Der Lagerplatz ist die bunt spriessende Naturwiese auf dieser Industriebrache" und sie trägt viel zur Lebendigkeit und Menschlichkeit des von Investoren umgepflügten Sulzerareals bei.
Nach einer Aussprache mit Vertretern des Vereins Lagerplatz veröffentlichte die Stadt Winterthur gestern Folgendes:

"Das Lagerplatzareal ist Teil des Sulzerareals Stadtmitte. Zahlreiche Kleinunternehmen, Läden, Freizeitbetriebe und Restaurants haben sich hier eingemietet. Die Grundeigentümer streben mittelfristig eine Neunutzung an und haben zu diesem Zweck eine Testplanung eingeleitet. Die Mieterschaft ihrerseits hat sich inzwischen zu einem Verein zusammengeschlossen in der Absicht, die bisherigen Nutzungen zumindest teilweise erhalten zu können. Am Besten wäre es, das Areal zu kaufen.

An der Aussprache würdigte Stadtpräsident Ernst Wohlwend die Bedeutung der heutigen Nischennutzungen, welche die Belebung des gesamten Sulzerareals Stadtmitte positiv beeinflussen. Er sicherte dem Verein zu, dass ihn die Stadt im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützen werde; das Handeln liegt indessen beim Verein selbst. Am Gespräch wirkten auch Fachpersonen aus Basel und Zürich mit, welche in ihren Städten ähnlichen Vorhaben zum Erfolg verholfen haben."
Im vergangenen Juni äusserte sich Stadtpräsident Wohlwend nicht sonderlich hoffnungsvoll: „Es tut mir selber weh, dass das Paradies nicht bleiben kann.“

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