Dreierlei vom Hirn

Ullrich Fichtner spricht mir aus dem Herzen, wenn er sich auf Spiegel-Online über die Festtagsmenues der Spitzenköche "Symphonie von der Bio-Gänseleber mit Chili, Litschi und Süßholz aromatisiert" so seine Gedanken macht, denn ich kann das esoterische Gelaber der Sterneköche beziehungsweise der Gastrojournalisten nicht mehr hören.
Es mag ja sein, dass Entenkeule begleitet von einem mit Marmelade bestrichenen Gewürzbrot oder ein "raffinierter Joghurtwürfel mit Kürbisscheibe", das der Koch des Jahres Andreas Caminada im Migrosmagazin zum Festessen empfiehlt, gut schmecken. (Wobei man hier mit dem Empfehlungen noch bescheiden ist, aber auch nicht ohne die "sündhaft gute und zarte Foie gras" auszukommen glaubt.)
Ich habe in meinen Betty Bossi Heften nachgeschaut, was man 1982, also vor 25 Jahren als Festessen vorgeschlagen hat - knauserig war man auch damals nicht.
Zum Beispiel: Entrecote Double aus einem ganzen Rindsfilet, mit Rotwein-Pfeffersauce und Marksauce (das war noch vor BSE) oder den Festtagsrenner Schinken im Brotteig. Die Beilagen konnte man sich selbst ausdenken, an Erbsli, Ruebli und Schwarzwurzeln aus der Dose kann ich mich noch gut erinnern. Für den Dessert konnte man sich bei Betty Bossi unter sechs Rezepten mit Äpfeln etwas aussuchen, wobei der Ofenapfel im Silbermantel, gefüllt mit Haselnüssen und Zitronat, bereits zu den ausgefalleneren Vorschlägen gehörte.
p (anonym) - 24. Dez, 15:57

raffinessen in der küche

ganz einverstanden damit! es ist sicher interessant, verschiedene düfte, aromen und farben zusammen zu bringen, aber ob man das dann auch wirklich so geniesst, ich glaube kaum. ist es doch nicht eher so, dass man dann eben zu den schicki-mickis gehört. man war dabei! das ganze getue erinnert mich an die nouvelle cuisine, die vor etwa 20-25 jahren so furore machte. ich vergesse nie, dass ein handballer essen mit solchen miniportiönli, aber auf riesigen tellern und mit x farbspritzern garniert damit endete, dass die küche nicht mehr genug brot hatte, weil das menü nicht satt machte! also, lieber gute bodenständige kost ohne schnickschnack. en guete!